„Einmalzahlungen wie Schöpfer Wasser in der Sauna”: Metaller-Gewerkschaft will zweistelliges Lohnplus

Forderungen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertretern gehen naturgemäß auseinander.
Schwarzach Am 25. September läuten die Metaller die Herbstlohnrunde ein. Verhandelt wird von einem Dreiergespann. Auf Arbeitgeberseite vom steirischen Industriellen Christian Knill, bei den Arbeitnehmern von den Gewerkschaftern Reinhold Binder (Produktionsgewerkschaft PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA). Dabei werden es heuer, so sind die Verantwortlichen sicher, besonders harte Verhandlungen werden.


Eine Grundlage ist traditionell die Teuerungsrate der vergangenen zwölf Monate. Diese beträgt 9,6 Prozent. Während sich die Gewerkschaft ein zweistelliges Lohnplus erwartet, heißt es von der Industrie, man könne nur das verteilen, was man erwirtschafte. Aktuell habe man Produktions- und Auftragsrückgänge in der Branche zu verzeichnen.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.
Die Inflation sei für alle herausfordernd, sagt Binder. Man hätte sich seitens der Regierung schon längst preisdämpfende Maßnahmen erwartet. Dafür habe es nur Einmalzahlungen gegeben. „Das ist wie ein Schöpfer Wasser in der Sauna – er verpufft.“
Gegen Einmalzahlungen
Aus diesem Grund sei er auch kein Fan von den – von den Arbeitgebern in der Lohnrunde angedachten – Einmalzahlungen. Denn für Arbeitnehmer bedeute die Inflation Monat für Montag eine Mehrbelastung.

Dass es der Industrie schlecht gehe, sehe er nicht. Es sei vielmehr eine Abkühlung vom Hochfahren der vergangenen zwei Jahre. Die Branche hat zwei Rekordjahre hinter sich, dementsprechend hoch waren die Gewinne. Und das hat jemand erwirtschaftet. Das muss man berücksichtigen.
Dass die Arbeitgeber nun auf künftig schwierige Zeiten hinweisen, sei in Ordnung, aber man dürfe nicht immer alles schlechtreden. Jetzt gehe es darum, die Teuerung abzugelten.
Arbeitszeit als Thema
Neben der Lohnerhöhung würde sich die Gewerkschaft auch eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich wünschen. Das hätte viele Vorteile, ist Binder überzeugt. „Frauen würden von Teilzeit schneller in Vollzeitarbeit finden und auch für Junge Menschen wäre das ein wichtiges Ausrufezeichen.“
Verhandelt wird heuer für 130.000 Beschäftigte der Metalltechnischen Industrie, 13.000 davon arbeiten in Vorarlberg. „Wir hoffen auf eine gute Gesprächsbasis“, sagt Binder. „Wenn wir allerdings merken, dass wir nicht ernst genommen werden, wird es notwendig, Maßnahmen zu ergreifen.“