Zehnte Erhöhung in Folge: EZB hebt Leitzins auf 4,5 Prozent

Markt / 14.09.2023 • 20:44 Uhr

So hoch war der Zins zuletzt im August 2001. Kredite könnten sich weiter verteuern.

Frankfurt Die schwächelnde Konjunktur unterbricht die Serie von Zinserhöhungen im Euroraum vorerst nicht: Die Europäische Zentralbank (EZB) hebt den Leitzins um weitere 0,25 Punkte auf 4,5 Prozent an. Der EZB-Rat beschloss damit am Donnerstag die zehnte Zinserhöhung in Folge seit Juli 2022. So hoch war der Zins, zu dem sich Banken frisches Geld bei der EZB besorgen können, zuletzt im August 2001. Der Einlagenzins, den Banken für geparkte Gelder bei der EZB erhalten, erreicht mit nun 4,0 Prozent sogar das höchste Niveau seit Bestehen der Währungsunion 1999. Sparer dürfen auf bessere Angebote von Banken und Sparkassen hoffen. Kredite könnten sich dagegen weiter verteuern.

Gipfel erreicht?

Mit der Entscheidung vom Donnerstag könnte die EZB ihren Zinsgipfel erreicht haben. Mittelfristig strebt sie eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an. 

“Die neuerliche Leitzinserhöhung wurde bereits im Vorfeld intensiv diskutiert. Die Hartnäckigkeit, mit der die Inflation den Gegenmaßnahmen der EZB bis jetzt getrotzt hat, veranlasste wohl den nächsten Zinsschritt”, betont Martin Jäger, der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen.

Weit entfernt

Mit einer Teuerungsrate im August in Österreich von geschätzt 7,5 Prozent liege man zwar unter den Höchstwerten des Jahreswechsels, dennoch sei man meilenweit von der Zwei-Prozent-Zielmarke entfernt, so Jäger weiter.

“Sehen das kritisch”

“Wir sehen die Erhöhung kritisch, denn steigende Zinsen bremsen den privaten Konsum und die Investitionsfreude der Unternehmen. Eine Zinspause hätte uns allen wahrscheinlich ganz gut getan”, ist der Sparkassen-Sprecher überzeugt. Und: “Dass nun die ersten Wirtschaftsindikatoren in Richtung Rezession deuten, ist nicht erfreulich, aber eben auch wenig verwunderlich.“