100-Millionen-Projekt Messepark neu: “Einmalige und letzte Chance für uns”

Einkaufszentrum stellt Erweiterungsprojekt erstmals öffentlich vor.
Dornbirn Für Eigentümervertreter Guntram Drexel ist es nicht nur ein Bauprojekt. “Es ist die einmalige und letzte Chance”, sagt er bei der Projektpräsentation.
36 Jahre nach der Eröffnung des Messeparks Dornbirn steht eine Erweiterung im Raum. Doch diese wird kontrovers diskutiert. Vor allem Vertreter von Gemeinden und Wirtschaftsgemeinschaften stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber und sehen die Ortszentren bedroht.

Investition: 100 Millionen Euro
“Das Umfeld für den Handel hat sich massiv verändert. Der Online-Handel hat massiv zugenommen und wir haben weniger Kunden aus dem benachbarten Ausland”, argumentiert Drexel. Deshalb seien Investitionen in Qualität und Kundenattraktivität dringend notwendig. „Wir warten seit 15 Jahren auf die Erweiterung und sind jetzt bereit, deutlich über 100 Millionen Euro in das Projekt Messepark 3.0 zu investieren und damit 300 neue Arbeitsplätze zu schaffen.“

Die Erweiterung brächte auch eine komplett neue Verkehrslösung mit sich. Denn durch die Erweiterung wird mit einer Verkehrszunahme von insgesamt 7 bis 8 Prozent in Spitzenzeiten gerechnet.
Neues Verkehrskonzept
Das Verkehrskonzept wurde von Verkehrsplaner Helmut Köll gemeinsam mit Architekt Dietmar Eberle erarbeitet. „Die Zu- und Abfahrten von den Garagen des Messeparks, die bis zum Messequartier reichen, werden räumlich entzerrt und frühzeitig unter die Erde gelegt. So soll an kritischen Knoten eine Reduktion des Verkehrs um rund 10 bis 15 Prozent erreicht und die Messestraße für den Öffentlichen Verkehr und Rad-/Fußverkehr aufgewertet werden“, sagt Köll.

“Ohne entsprechende Verkehrslösung wäre es eine Fehlinvestition”, sagt Guntram Drexel. Denn man denke hier auch an die nächsten Jahrzehnte. “Egal, wie sich das gesamte Messequartier entwickelt, jedes Projekt kann in Folge an die Verkehrslösung andocken.”

Die Außenparkplätze sollen indes aus dem Blickfeld verschwinden. Die Fahrzeuge würden dann in der Tiefgarage beziehungsweise auf Parkebenen ihren Platz finden.
Zudem verpflichte man sich, neue Shoppingangebote, die es in Vorarlberg bislang noch nicht gibt, nach Vorarlberg zu holen. “Wir werben keine Geschäfte aus anderen Orten oder Städten ab”, so Drexel.
Verzicht auf Flächen
Außerdem wolle man im Falle einer Erweiterung auf bereits gewidmete Handelsflächen in der Nachbarschaft verzichten. Mit der Stadt Dornbirn sei vereinbart, dass der Messepark bei der Zustimmung zur Erweiterung 3100 Quadratmeter gewidmete Handelsfläche nicht mehr nutzen wird. Das betrifft die Flächen in den Gebäuden des ehemaligen Baumax (1800 Quadratmeter) beziehungsweise Elektro Rein (1300 Quadratmeter).
An den 3200 Quadratmetern zusätzlicher Fläche für den Messepark wolle man aber festhalten. “Es geht ja auch um die Wirtschaftlichkeit. Es rentiert sich nicht, 100 Millionen Euro zu investieren, und nicht mehr Fläche zu haben”, so Drexel.
Dass es Gegner des Projekts gebe, nehme er zur Kenntnis. Allerdings will er auch einiges relativieren. Beispielsweise die Diskussion um zusätzliche Flächen für den Lebensmittelhandel. “Der Interspar hatte schon einmal 5000 Quadratmeter. Da wollen wir wieder hin. Den Interspar können wir gar nicht vergrößern, aber wir hätten gerne mehr Food-Fläche und weniger Non-Food-Fläche. Zudem haben auch andere Mieter wie dm oder die Nudlthek Lebensmittelhandelsflächen.”

Die Geschichte des Standorts
Am Anfang stand auf dem Grundstück ein Interspar-Markt. Dieser wurde 1971 eröffnet. Der Messepark eröffnete dann im Jahr 1987, der Umbau in das heutige Gebäude erfolgte 1997.

