Erweiterung Messepark: Auch beim zweiten Anlauf viele Pros und viele Kontras

Bis Freitag rund 30 Stellungnahmen zu Erweiterungsplänen des Messeparks.
Bregenz, Dornbirn Am 18. Juli startete die Landesregierung das Auflageverfahren zur Anpassung des Landesraumplans für das Areal des Messeparks. Grundlage dafür war, so erklärt die Landesregierung anlässlich des Begutachtungstarts, „eine Anregung der Stadt Dornbirn“, die die Erweiterung der zulässigen Verkaufsfläche auf ein Höchstmaß von 22.200 Quadratmeter für sogenannte „sonstige Waren“, davon maximal 5000 Quadratmeter für Lebensmittel, vorsieht. Bis Freitag konnten Stellungnahmen abgegeben werden.
„Viele Stellungnahmen mit identem Wortlaut“
Wer allerdings in den vergangenen fünf Wochen dafür nicht die Zeit gefunden hat, kann das auch noch heute, am Samstag und am Sonntag tun. „Wir werden auch jene Stellungnahmen noch berücksichtigen, die bis Montag eintreffen“, informiert Raumplanungs- und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler gegenüber den VN. Bis Freitag sind rund 30 Stellungnahmen von Gemeinden, Verbänden, Unternehmen und Privatpersonen eingegangen, etliche davon der Einfachkeit halber nach der Copy-Paste-Methode mit identem Wortlaut, wobei natürlich trotzdem jede Stellungnahme einzeln gezählt werde, wie der Landesrat versichert.

Der Messepark wälzt schon über zehn Jahre Erweiterungspläne - bisher vergebens. messepark/M. Mayer
Gegenüber den Jahren 2015 und 2016, als die Diskussion sehr emotional geführt wurde, haben sich, so Tittler, auch die Voraussetzungen für die Erweiterung des Messeparks geändert. Bei den Stellungnahmen haben sich zwei Pole gebildet: Zum einen zeigen sich Ängste, dass die Ortszentren bei einer Erweiterung die Verlierer sind, auch die Verkehrssituation macht vielen, die Stellung genommen haben, Sorgen. Und es gibt Menschen, die befürchten, dass man mit der Erweiterung des Dornbirner Einkaufszentrums quasi die Büchse der Pandora öffne, sprich: dass eine Erweiterung des Messeparks unweigerlich den Ausbau der anderen Einkaufszentren im Land nach sich ziehe.

Auf der anderen Seite gebe es Stellungnahmen, welche die Erweiterung als Chance für den Handelsstandort Vorarlberg sehen, auch die Schaffung bzw. Erhaltung von fast 1000 Arbeitsplätzen ist für die Verfasser dieser Stellungnahmen ein Grund, die Erweiterung zu befürworten, andere weisen darauf hin, dass die Shoppingmalls über der Schweizer und deutschen Grenze inzwischen modernisiert und attraktiviert wurden und Vorarlberg mittelfristig das Nachsehen habe. Dem Onlinehandel Paroli zu bieten, gehört ebenso zu den Argumenten der Befürworter. Und ebenso wie bei den kritischen Stellungnahmen ist die Verkehrssituation ein Grund für die Befürworter. Sie sehen die Chance, die Verkehrssituation auch für die Radfahrer und den ÖPNV zu verbessern.
Termin Ende August
„Wir werden die Stellungnahmen in den nächsten Tagen genau analysieren“, verspricht Tittler, der nächste Schritt sei Ende August ein Termin für Bürgermeister, Interessenverbände und Raumplaner, „bei dem wir die Stellungnahmen und die Auswirkungen auf das Auflageverfahren genau besprechen“.

Bei dem Termin wird sicher auch Guido Flatz dabei sein. Der Obmann der Regio Bregenzerwald lehnt die Erweiterung ab. „Der Bregenzerwald mit seinen 24 Gemeinden lehnt jede nochmalige Widmung für zusätzliche Verkaufs-, Gastro- und Dienstleistungsflächen im Messepark einhellig ab. Wir brauchen attraktive Handelsbetriebe in ganz Vorarlberg, nicht mehr internationale Konzerne an einem einzelnen Standort an der Autobahn“, fasst der Dorener Bürgermeister zusammen. Der Messepark können nur auf Kosten anderer Gemeinden wachsen, insistieren auch andere in ihren Stellungnahmen, etwa die sieben e5-Gemeinden. Sie werden Ende August ebenfalls wohl offen über Für und Wider diskutieren.

LR Tittler: „Wir werden die Stellungnahmen jetzt genau analysieren.“ VN/DS