Lustenauer Dichtungsspezialist hilft bei der Raucherentwöhnung

tecnoseal produziert für Grazer Startup-Unternehmen.
Lustenau Das Lustenauer Unternehmen tecnoseal ist als Hersteller und Lieferant von Präzisionsdichtungen und Elastomer-Formteilen seit Jahren erfolgreich unterwegs. Zudem ist man im Bereich 3D-Druck für Prototypen und Kleinserien aus Silikon und Acryl aktiv.
Nun hat Inhaber und Geschäftsführer Gernot Stoppel einen weiteren Auftrag an Land gezogen. Konkret für das Grazer Startup-Unternehmen Quismo, das im Bereich Raucherentwöhnung tätig ist. In einer Quismo-Box befindet sich eine Bitterstofflösung, die dabei helfen soll, mit dem Rauchen schrittweise aufzuhören. Die Dichtung von tecnoseal dichtet dabei die Kammer für die Bitterstoffe ab.

„Schon im frühen Stadium der Entwicklung wurden Testläufe mit Dichtungs-Prototypen durchgeführt. So konnten schnell die richtige Form und das beste Material bestimmt werden“, sagt Stoppel zu den VN. Die Herausforderungen dabei seien die Toleranzen von 0,1 Millimeter, die Lebensmittelzertifizierung und die Beständigkeit gegen die Inhaltsstoffe gewesen. Mittlerweile laufe die Serie für das patentierte Produkt.

Dicht oder undicht
„Das Planen und Auslegen von Dichtungen ist unsere Schlüsselkompetenz. Das klingt nicht kompliziert. Doch gerade bei Dichtungen können beinahe unscheinbare Dinge große Veränderungen bewirken. Minimale Unterschiede in der Konstruktion oder bei der Materialauswahl entscheiden über dicht oder undicht“, erklärt Stoppel.

Oft würden Dichtungen in der Entwicklung stiefkindlich behandelt, was dazu führen könne, dass Werkzeuge für ein Produkt wieder geändert werden müssen. „Das bringt nicht nur hohe Kosten, sondern auch eine längere Entwicklungszeit mit sich. Es ist von Vorteil, Dichtungen in der Produktentwicklung von Anfang an mitzudenken“, ist der Unternehmer überzeugt.
Erfolgreiches Jahr
tecnoseal ist insgesamt sehr erfolgreich unterwegs. „Wir entwickeln uns mit einem Wachstum von knapp 15 Prozent gegenüber 2022 stabil“, so Stoppel. Ein schnelleres Wachstum werde durch den Fachkräfte- und Personalmangel erschwert. „Wir sind aktuell in spannende Projekte in der Medizintechnik, Mobilität der Zukunft und bei international tätigen Maschinenbauern involviert, wo wir neben den Prototypen auch für die Produktion der Serie verantwortlich zeichnen.“

Deshalb geht Stoppel davon aus, dass man bis Jahresende mindestens gleichbleibend wachse. „Mit unserem Leistungs- und Produktspektrum sind wir branchenunabhängig. Dadurch machen uns Märkte, die im Moment nicht so gut laufen, keine großen Sorgen.“
Investition in Maschinen
Außerdem wird in die Erweiterung des Maschinenparks investiert. So wurde ein digitaler Messprojektor angeschafft, mit dem Prototypen und Einzelteile vermessen sowie Serienteile innerhalb von Sekunden auf die Maßhaltigkeit geprüft werden können. Anfang Juni wurde überdies ein neuer Schneideplotter mit Fräsfunktion in Betrieb genommen. Damit können auch Dichtungen bis zu einem Durchmesser von 1600 Millimeter produziert werden.
