Starker Sommerstart, aber ungewisse Entwicklung für den Tourismus

Markt / 26.07.2023 • 19:45 Uhr
Hoch hinaus will Vorarlberg im Sommer mit der Tourismusstrategie. Doch der Weg ist steinig und mit Herausforderungen gespickt. <span class="copyright"> Alex Kaiser/Alpenregion Bludenz Tourismus</span>
Hoch hinaus will Vorarlberg im Sommer mit der Tourismusstrategie. Doch der Weg ist steinig und mit Herausforderungen gespickt.  Alex Kaiser/Alpenregion Bludenz Tourismus

Sommer in Vorarlberg mit Rekordstart – Ungewissheit über weiteren Verlauf der Saison.

Bregenz, Schwarzach Der Start in die touristische Sommersaison 2023 ist gelungen. Die Besucherzahlen und die Nächtigungszahlen im Juni 2023 waren seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1984 noch nie so hoch wie heuer. „Dass der Tourismus als wichtiger Impulsgeber für Vorarlbergs Regionen nach den vergangenen schwierigen Jahren wieder so gut in Fahrt gekommen ist, ist ein erfreuliches Signal“, freut sich deshalb der zuständige Landesrat Christian Gantner.

Millionengrenze geknackt

In der laufenden Sommersaison 2023 (Mai bis Juni) kamen 364.900 Besucher nach Vorarlberg. Diese buchten rund 1.064.200 Übernachtungen. Absolut betrachtet besuchten rund 38.800 (+11,9 Prozent) Gäste mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres Vorarlberg, untermauert die Landesstelle für Statistik die Worte Gantners mit Zahlen. Der Nächtigungszuwachs gegenüber Mai bis Juni 2022 lag bei 9,1 Prozent (+88.900). Zum ersten Mal seit den Aufzeichnungen der Landesstelle für Statistik, die noch gar nicht so lange durchgeführt werden, wurde die Millionengrenze in den Monaten Mai bis Juni bei den Übernachtungen überschritten. Es zeige sich, so der Tourismuslandesrat, dass “wir mit unserer Vorarlberger Tourismusstrategie auf sehr gutem Wege sind, auch die Potenziale unseres Landes im Sommer zu nutzen”.

Nachhaltige Strategie

Damit das auch nachhaltig gelingt, muss allerdings noch etwas an den Schrauben gedreht werden. Denn nach einem – je nach Destination – guten oder schlechteren Start, gilt es auch die nächsten Monate Gäste anzuziehen. Und deren Gewohnheiten haben sich geändert. Im Sommer wird generell spät oder spontan gebucht, das unterscheidet die Saison vom Winter. Auch sind Sommergäste, so das Ergebnis eines Rundrufes der VN, deutlich preissensibler als die Gäste, die in der kalten Jahreszeit ihre Auszeit in einer der sechs Destinationen des Landes nehmen. Dem erfreulichen Auftakt folgt nun in einigen das große Zittern. Denn noch ist der Hunger nach einem Urlaub am Meer groß, nachdem 2020 und 2021, teilweise auch noch im letzten Sommer, die Reiseziele eingeschränkt waren. Zumindest kurzfristig ist die Hitze rund ums Mittelmeer noch kein Grund, die Meeresbrise gegen den kühlen Bergwind zu tauschen.

Die Tourismuszahlen aller Vorarlberger Destinationen für die Monate Mai und Juni finden Sie hier.

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Der Juni ist ganz passabel angelaufen, aber im Juli haben wir in Lech, das bestätigen auch andere Hoteliers, ein zweistelliges Minus zu verzeichnen. Im Sommer haben wir zu kämpfen, die Urlauber haben weniger Geld in der Tasche. Wie der August wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Clemens Walch, Hotel Gotthard, Lech

Im Montafon haben wir gute Nächtigungszahlen – das liegt auch an den neuen Betrieben im Tal. Bei uns ist es durchwachsen, ein Betrieb hat mehr, der andere weniger Gäste. Die Gäste buchen immer kurzfristiger. Die nächsten Wochen sind wir aber ausgebucht. Peter Marko, Silvretta Nova (zwei Beherbergungsbetriebe)

Die Auslastung und auch die Nachfrage nach Zimmern sind bei uns sehr gut, während der Festspiele sowieso, aber auch sonst. Das Frühjahr war zum Vergessen, daran war das Wetter schuld. Man merkt, dass die Gäste bei den Preisen sehr sensibel sind und beim Trinken und Essen sparen. Hubert Kinz jun., Hotel Weißes Kreuz, Bregenz

Nachfrage aus Benelux- und zentraleuropäischen Ländern nimmt wieder Fahrt auf – bei gleichbleibendem Zuspruch aus den Stammmärkten. Die Aufenthaltsdauer ist gesunken, vielleicht ein Hinweis, dass die Menschen bei Zweiturlauben einzelne Tage für Haupturlaube einsparen. Christian Schützinger, Vorarlberg Tourismus