Rote Strom-Warnung in Süddeutschland: Vorarlberg hilft, Strommangel zu vermeiden

Dienstagmorgen: zu viel Windkraft in Norddeutschland, hoher zusätzlicher Strombedarf im Süden aufgrund fehlender Leitungen.
„Reduzieren Sie Ihren Stromverbrauch“, rief der deutsche Übertragungsnetzbetreiber TransNet BW am Montagabend Kunden im Bundesland Baden-Württemberg auf. TransNet bietet seit geraumer Zeit die App „Stromgedacht“ an, in der auf drohende Strommangellagen hingewiesen wird. Am Montagabend wurde für den Morgen des Dienstags, zwischen 6 und 8 Uhr, die rote Warnstufe ausgelöst. Auch Vorarlbergs Kraftwerke werden mithelfen, einen Strommangel in Süddeutschland zu verhindern, wie die Illwerke Vkw den VN bestätigen.

Weil in Baden-Württemberg der Strom knapp zu werden droht, müssen Energieanbieter Gegenmaßnahmen in Angriff nehmen. „Es wird am Dienstag starkes Windaufkommen in Norddeutschland erwartet. Aufgrund der nach wie vor fehlenden Leitungen in den Süden gibt es hier eine erhöhte Notwendigkeit zur Einspeisung, ein sogenannter Redispatcheinsatz“, schildert Illwerke-Vkw-Vorstandsvorsitzender Christof German auf VN-Anfrage.
1.500 Megawatt fehlen
Üblicherweise gehen in solchen Fällen zusätzliche Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland und der Schweiz ans Netz, aus den Vorarlberger Stauseen rauscht das Wasser in die Turbinen, um kurzfristig den fehlenden Strom auszugleichen. Gerechnet wird mit 1.500 Megawatt zusätzlichem Kraftwerkseinsatz, das Obervermuntwerk II kann maximal 380 Megawatt beisteuern.
Zuletzt berichteten die VN am 7. Dezember über eine ähnliche Lage. Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW versicherte damals, dass die Versorgungssicherheit zu keiner Zeit beeinträchtigt gewesen sei. Black-Out-Gefahr habe nicht bestanden. Das in Stuttgart ansässige Unternehmen wird auch am Dienstag von seinen Nachbarn zusätzlichen Strom beziehen müssen, da im Südwesten Deutschlands am Mittwoch selbst nicht genügend Energie produziert werden konnte.

„Wir rechnen damit, dass Energie am Dienstag aus unseren Regelkraftwerken abgerufen wird und sind bereit“, bestätigt Illwerke Vkw-Vorstandsvorsitzender Christof German den VN.