Trotz Zurückhaltung der Autokäufer: Lins modernisiert Bregenzer Autohaus

Markt / 01.06.2023 • 17:35 Uhr
Ein Teil des Bregenz-Standortes von Autohaus Lins - hier soll modernisiert werden. <span class="copyright">WPA</span>
Ein Teil des Bregenz-Standortes von Autohaus Lins - hier soll modernisiert werden. WPA

800.000 Euro für Refit des Standortes. Privatkunden bei E-Autokauf weiter verunsichert.

Nüziders, Bludenz Im Vorjahr hat das Autohaus Lins die Autohäuser Porsche Dornbirn und Porsche Bregenz übernommen. Jetzt soll der Standort in der Vorarlberger Landeshauptstadt bis Jahresende 2023 einer Modernisierung und einem Refit unterzogen werden. Gegenwärtig laufen dazu die Behördenverfahren. 

Erweiterung war nicht möglich

Wie der geschäftsführende Gesellschafter Rudi Lins informiert, wolle man die bestehenden Schauräume in Bregenz sanieren und auf den neuesten Stand bringen. Zudem soll es einen eigenen WeltAuto-Schauraum geben. Gleichzeitig beabsichtige man die Modernisierung des Service-Annahmebereichs. Das Investitionsvolumen beziffert Lins mit rund 800.000 Euro. Die baulichen Änderungsarbeiten würden ausschließlich im Bestand stattfinden. Eine an sich vom Unternehmen gewünschte Erweiterung der Flächen sei aufgrund der baurechtlichen Vorgaben in Bregenz wirtschaftlich gesehen nicht möglich gewesen. 

Von Hard nach Bregenz

Im Zuge der teilweisen Neuorganisation der Flächen soll der bestehende Skoda-Showroom von Hard nach Bregenz übersiedeln. Die drei dort tätigen Mitarbeitenden würden zusammen mit dem Showroom nach Bregenz wechseln. An dem Standort beschäftigt das Unternehmen gegenwärtig rund 50 Mitarbeitende. 

Investition in PV-Anlagen

In dem Investitionspaket enthalten sei auch eine rund 50 kWp leistende PV-Anlage, die auf dem Dach des Gebäudes in Bregenz bis Jahresende 2023 in Betrieb gehen soll. Damit baue das Autohaus Lins die Produktion von Solarstrom weiter aus. Am Standort Rankweil werde gegenwärtig eine 260-kWp-Anlage installiert. Die bereits bestehende PV-Anlage am Standort Nüziders soll nächstes Jahr um weitere 150 kWp vergrößert werden. “Auch in unserer Branche ist Nachhaltigkeit gerade bei der Energieerzeugung ein wichtiges Thema”, so Lins.

<p class="infozeile">Rudi Lins: „Kauflust privater Kunden für E-Autos sehr überschaubar.“ <span class="copyright">WKV</span></p>

Rudi Lins: „Kauflust privater Kunden für E-Autos sehr überschaubar.“ WKV

Interesse von Privaten an E-Autos rückläufig

Angesprochen auf die Verkaufszahlen der mit dem Thema Nachhaltigkeit in Zusammenhang stehenden Elektroautos sagt Lins, dass E-Autos unverändert zu etwa 80 Prozent von Firmenkunden gekauft werden. Bei den Privatkundinnen und -kunden habe das Interesse in den vergangenen Monaten nach einem kurzen Boom spürbar nachgelassen. “Die Kauflust bei privaten Kundinnen und Kunden ist sehr überschaubar geworden”, so Lins.

Verunsicherung durch Strompreise

Abgesehen von den auch bei E-Autos gestiegenen Verkaufspreisen und der allgemein angespannten wirtschaftlichen Situation hätten die Preiskapriolen beim Strompreis zu einer massiven Verunsicherung der Kundschaft geführt. “Man hat gesehen, dass das Auftanken des E-Autos plötzlich um 80 Prozent oder mehr teurer werden kann. Dadurch sind die tatsächlichen Betriebskosten für Kundinnen und Kunden nicht mehr planbar geworden”, erklärt Lins. Die bislang völlige Intransparenz und fehlende Nachvollziehbarkeit der Preise beim Aufladen von E-Autos an öffentlichen Ladestationen erschwere die Situation zusätzlich. Lins erhofft sich hier Entspannung aufgrund eines neuen Gesetzes, das mehr Transparenz in die Kostenabrechnungen bringen soll. Man sehe am Kaufverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten, dass am Ende des Tages das Geld entscheide. Das gelte unverändert auch beim Kauf eines E-Autos.

Private sehr zurückhaltend – Firmenkundengeschäft stabil

Abgesehen von den Elektroautos schwächle momentan aber auch der Verkauf von herkömmlichen Neuwagen. Gegenwärtig profitiere das Unternehmen noch vom Abarbeiten früherer Auftragseingänge, die aufgrund der Lieferverzögerungen jetzt Schritt für Schritt abgewickelt werden können. Aber bei neuen Vertragsabschlüssen seien vor allem Privatkunden sehr zurückhaltend. Während etwa 70 Prozent der Neuwagen von Firmen gekauft werden, würden Privatkunden vermehrt in den Gebrauchtwagenmarkt ausweichen. “Das hängt vermutlich auch mit der Verunsicherung hinsichtlich der zukünftigen Antriebssysteme zusammen”, schätzt Lins. Das Firmenkundengeschäft entwickle sich unterdessen stabil, gleich wie das Werkstattgeschäft.