Menschen mit Behinderung sind für McDonald’s Vorarlberg “eine Bereicherung”

Markt / 23.05.2023 • 17:20 Uhr
"Mister McDonald's": Franchisenehmer Loek Versluis. <span class="copyright">vol.at</span>
"Mister McDonald's": Franchisenehmer Loek Versluis. vol.at

Vorarlberg-Franchisenehmer Loek Versluis setzt auf berufliche Inklusion. “Eine Bereicherung für das Team”.

Hohenems Seit 20 Jahren arbeitet Hafize bereits im McDonald’s-Restaurant in Dornbirn und nimmt dort die Bestellungen der Gäste entgegen. Damit ist sie eine von 394 Mitarbeitern, die für Franchisenehmer Loek Versluis arbeiten. Mit einer Besonderheit: Hafize ist auf den Rollstuhl angewiesen.

Loek Versluis mit seinen Mitarbeiterinnen, Landesrätin Martina Rüscher sowie Simon Öhe ("dafür") und Petra Zerlauth (Betriebsservice). <span class="copyright">MCD/mathis</span>
Loek Versluis mit seinen Mitarbeiterinnen, Landesrätin Martina Rüscher sowie Simon Öhe ("dafür") und Petra Zerlauth (Betriebsservice). MCD/mathis

Versluis beschäftigt seit vielen Jahren Menschen mit Behinderung. So auch Elisabeth, die ebenfalls seit 20 Jahren im Restaurant Rankweil für Sauberkeit sorgt. „Dort will ich auch in Pension gehen. So einen Job finde ich nie wieder“, sagt die 54-Jährige.

Loek Versluis mit "dafür"-Geschäftsführer Simon Öhe. <span class="copyright">McD/Mathis</span>
Loek Versluis mit "dafür"-Geschäftsführer Simon Öhe. McD/Mathis

“Sind Vorbilder”

Für den Unternehmer sind diese Menschen Vorbilder. „Sie sind eine Bereicherung für das Team. Wir können viel voneinander lernen”, will er auch andere Betriebe dazu motivieren, Menschen mit Behinderung einzustellen. “Auch wenn es im betrieblichen Alltag nicht immer einfach ist, ist es doch machbar“. Das zeigt auch das Beispiel von Anna, die seit drei Monaten bei McDonald’s in Hohenems arbeitet. Die 28-jährige Ukrainerin ist gelernte Barista. Und sie ist gehörlos. Wie sie dennoch mit Gästen kommuniziert? Mittels Schildern, auf denen die Produkte abgebildet sind.

 Das McDonald's Restaurant in Hohenems. <span class="copyright">vn/reh</span>
Das McDonald's Restaurant in Hohenems. vn/reh

Stärken im Mittelpunkt

Insgesamt zwölf Menschen mit Behinderung beschäftigt Versluis in seinen sechs Restaurants. Dazu kooperiert er mit „dafür“. Der soziale Dienstleister begleitet Menschen mit Beeinträchtigung bei der beruflichen Inklusion. „Manche Behinderung sieht man, manche nicht. Aber jeder Mensch hat Stärken und diese können am richtigen Arbeitsplatz in Potenziale umgewandelt werden“, sagt Geschäftsführer Simon Öhe.

Das Ziel sei es, mehr Unternehmen davon zu überzeugen. Denn es gebe bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung noch Luft nach oben. Beratung und Unterstützung in Fragen der beruflichen Inklusion bietet das Betriebsservice. „Wir schauen, welcher Bewerber auf welche Stelle passt“, sagt Petra Zerlauth. „Wir nehmen Ängste und begleiten.“

Loek Versluis mit seinen Mitarbeiterinnen Hafize, Anna und Elisabeth. <span class="copyright">McD/mathis</span>
Loek Versluis mit seinen Mitarbeiterinnen Hafize, Anna und Elisabeth. McD/mathis

Für Loek Versluis steht jedenfalls fest: „Das gesamte Team profitiert von der Vielfalt jedes einzelnen Menschen.“

Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt

Nach aktuellsten Zahlen des Sozialministeriumservice (Dezember 2021) gibt es in Vorarlberg 6324 begünstigte Behinderte, das sind Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent. 2818 davon sind erwerbstätig, 3506 nicht. Gesetzlich müssen Unternehmen ab je 25 Mitarbeiter einen begünstigt Behinderten beschäftigen. Tun sie das nicht, zahlen sie eine Ausgleichstaxe. In Vorarlberg erfüllen von insgesamt 1016 einstellungspflichtigen Dienstgebern nur 290 die Beschäftigungspflicht. Je nach Betriebsgröße beträgt die Ausgleichstaxe zwischen 292 und 435 Euro monatlich für jede Person, die zu beschäftigen wäre.