Warum diese Hotel-Legende verkauft wird

International bekannter Gastronomiebetrieb zwischen Rheintal und Bregenzerwald soll einen neuen Eigentümer bekommen.
Dornbirn Der Bregenzerwald in seiner ganzen Pracht ist die Kulisse des Berghofs Fetz am Losenpass zwischen Dornbirn und Schwarzenberg. Und zu dieser Pracht kommt ein Hotel- und Gastronomiebetrieb, dem es immer und trotz Gunstlage ein großes Anliegen war, ein hohes Niveau in allen Bereichen zu bieten. Die Gäste danken es bis heute mit regem Besuch. Die Gastgeberfamilie Moosbrugger aber trägt sich nun mit dem Abschied vom Bödele. Das renommierte Haus steht zum Verkauf.
„Luft ist derzeit raus“
„Wir machen unsere Arbeit mit Leidenschaft“, erklärt Wirt Philipp Moosbrugger, ein Enkel des Gründers Albert Fetz. „Seit ich 15 Jahre alt bin, bin ich im Berghof tätig“, sagt er zuallererst, um dann ins Detail zu gehen, zu den Gründen für den Verkauf. Die vergangenen Jahre waren schwierig für den Familienbetrieb: Corona, die Arbeitszeiten, die schwer zu bekommenden Mitarbeiter und zuletzt die gestiegenen Energiekosten zehrten an der Substanz der Familie rund um Mutter Barbara Moosbrugger, die den früher im Haus befindlichen A&O-Laden und die Poststelle führte und im Jahr 1976 Geschäftsführerin des Berghofs wurde.

So viel Substanz, dass „die Luft derzeit irgendwie raus ist“, so Philipp Moosbrugger auf VN-Anfrage. Seine Schwester konzentriere sich inzwischen auf Kräuterwanderungen am Bödele, der Bruder hat seinen Fokus aufs Minigolf gerichtet, erzählt der Berghof-Geschäftsführer, der aber auch sagt, dass die Leidenschaft wieder größer werden könnte, „wenn sich die Umstände ändern“.

Kurz nach Fertigstellung beeindruckte der Berghof Fetz auch architektonisch.
Nun ist das „Multifunktionshaus“ mit Hotel, Restaurant, Event-Location sowie Skiverleih und Skischule im ehemaligen Laden (betrieben von der Skischule Bödele) zum Verkauf ausgeschrieben, zum Preis äußert er sich nicht. Der Betrieb des Ausflugslokals mit Terrasse und des Hotels geht vorderhand weiter. „Bis auf Weiteres sind wir für unsere Gäste wie gewohnt und mit viel Freude da“, versichert der Wirt.
Seit 1959 in Betrieb
Entstanden ist der Berghof Fetz im Jahr 1959, entworfen wurde es vom renommierten Architekten Hugo Wank. Und Bauherr war Albert Fetz, der als Pächter ab 1952 das Alpenhotel Bödele betrieb. Just an dem Platz, wo das im Jahr 1938 abgebrannte Alpenhotel stand (das neue wurde nach dem Krieg im ehemaligen Landhaus von Bödele-Pionier Otto Hämmerle wiedereröffnet. Auf den Brandruinen eröffnete Fetz ein Gastlokal zur Verköstigung der Bauarbeiter, das später unter den Fittichen von Sohn Franz als „Felsenkeller“ das Disco-Zeitalter in Vorarlberg eingeläutet hat und bis heute als Legende gilt.

Derzeit kann der Felsenkeller für Events gebucht werden. Franz Fetz, der die Idee für eine Diskothek von seinen internationalen Wanderjahren mitbrachte, hat nach seiner “wilden Zeit” im Felsenkeller den Hirschen in Schwarzenberg zu einem der Top-Betriebe in Vorarlberg entwickelt.
