Appetit auf Pasta Filata und neue Märkte

Marktführer Bertsch Foodtec übernimmt italienischen Spezialisten.
Bludenz, Carpi (IT) Die Emilia Romagna ist das Füllhorn Italiens. Aus der Region kommen Schinken, Würste, Nudeln und vor allem die berühmtesten Käse des Landes – und das dafür notwendige Know-how – handwerklich wie technisch. Und dort, konkret in Carpi bei Modena und in Parma, ist seit wenigen Tagen auch der europäische Markt- und Technologieführer für Molkerei- und Käsereianlagen, Bertsch Foodtec, prominent vertreten.
Das Unternehmen mit Sitz in Bludenz und Produktion in Braz hat die Firma Giacomazzi Food Tech als 100-prozentiges Tochterunternehmen übernommen. Der bisherige Eigentümer Mauro Giacomazzi bleibt als Geschäftsführer – zusammen mit Bertsch-Foodtec-Geschäftsführer Christoph Hueber – an Bord, wie Hueber, bei Bertsch für Vertrieb und Projektabwicklung verantwortlich, und Hubert Bertsch jun., Geschäftsführer für Technik und Produktion, im Gespräch mit den VN informieren.
„Gesponnener Teig“
Die Bludenzer haben ein Unternehmen erworben, das sie bestens kennen. Bereits seit einem Vierteljahrhundert arbeite man mit dem italienischen Spezialisten für die Herstellung von Pasta Filata zusammen und liefert gemeinsam entsprechende Anlagen an die Milchverarbeiter weltweit, so Bertsch jun. Giacomazzi ist Spezialist für Käseerzeugungsanlagen für sogenannte Formaggio a Pasta Filata, übersetzt heißt das „Käse mit gesponnenem Teig“, also Sorten wie Mozzarella und Provolone, um die bekanntesten zu nennen. Die nunmehrige italienische Bertsch-Tochter hat 13 Mitarbeiter, rund 100 Spezialisten arbeiten Giacomazzi beim Anlagenbau zu. Bei Bertsch sind 86 Mitarbeiter beschäftigt – an beiden Standorten sollen weitere Mitarbeiter eingestellt werden.
Marktpräsenz verstärken
Im Fokus der Übernahme stehen die verstärkte Marktpräsenz und Marktdurchdringung in Italien, dem Heimatmarkt von Giacomazzi, der auch für Bertsch Foodtec von großer Bedeutung sei. Gleichzeitig sollen die Kernmärkte von Bertsch in Europa vom Know-how-Zuwachs profitieren. Zudem sei geplant, gemeinsam und mit verbundenem Produktportfolio neue Märkte zu erschließen, zum Beispiel Indien. In Mumbai ist Bertsch Foodtec auf der wichtigsten Messe für die Lebensmittelindustrie präsent, so Hueber. Er weist auf das Marktpotenzial des einwohnerreichsten Landes der Erde hin. Auch in Mexiko ist das Unternehmen jetzt mit einem Repräsentanten vertreten, in Litauen, Tschechien, Polen und Israel realisiere man ebenso wie in Spanien derzeit große Anlagen mit der gemeinsamen Expertise. VN-sca
