Welche Strategie Hirschmann Automotive erfolgreich macht

Markt / 17.04.2023 • 17:30 Uhr
Ausbildung auf höchstem Niveau in der Lehrwerkstätte.<span class="copyright"> FA/mayer</span>
Ausbildung auf höchstem Niveau in der Lehrwerkstätte. FA/mayer

Rankweiler Automobilindustrie-Zulieferer wächst 2022 zweistellig – Perspektiven weiter positiv.

Rankweil Vor zwanzig Jahren begann für den Vorarlberger Standort der Richard Hirschmann GmbH in Rankweil Brederis ein zweites Leben. Aus dem ehemaligen Fernsehantennenhersteller, der ab 1959 in Rankweil produzierte, wurde unter dem neuen Namen „Hirschmann Automotive“ und mit dem heimischen Eigentümer F&R Industrie Invest GmbH ein in seinem Bereich führender Zulieferer für die meisten Autohersteller. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 7500 Mitarbeiter an zwölf Produktion- und Vertriebsstandorten weltweit, rund 1300 davon im Land.

Innovation und Qualität

Das Unternehmen wächst seit Jahren kontinuierlich und sieht, so der neue CEO von Hirschmann Automotive, Angelo Holzknecht, in eine Zukunft mit großen Perpesekitven. Denn die Firma wächst  – nicht etwa, weil sie günstiger als der Mitbewerb produziert – sie wächst, weil sie in der Entwicklung und bei der Qualität an der Spitze der Branche steht. Und sie wächst nicht zuletzt mit Liefertreue trotz der Engpässe, wie Holzknecht anmerkt. Hirschmann Automotive habe bereits vor Jahren auch auf Elektromobilität gesetzt und hat bei der Entwicklung auf die Zusammenarbeit mit Premiumherstellern gesetzt, so der 38-jährige Manager aus Brand, der bereits in noch jüngeren Jahren zuerst das Werk in Mexiko hochzog und danach den wichtigen Markt Nordamerika entwickelte und verantwortete.

Hirschmann-Automotive-CEO Holzknecht: "Bauen auf Innovation und Qualität und das wird von Kunden geschätzt." <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Hirschmann-Automotive-CEO Holzknecht: "Bauen auf Innovation und Qualität und das wird von Kunden geschätzt." VN/Paulitsch

Die Rankweiler produzieren Steckverbindungen, Kabelassemblies und Sensorsysteme und  – entscheidend für das weitere Wachstum  – sind Experten für Hochvoltanwendungen in E-Fahrzeugen.” Im Juli konnte Hirschmann Automotive durch den Technologievorsprung bei Hochvoltsteckern der größte Auftrag der Firmengeschichte mit einem Projektvolumen in dreistelliger Millionenhöhe mit dem Kunden BMW unterzeichnen.

Mehr Mitarbeiter, mehr Wachstum

Inzwischen ist Hirschmann Automotive in sieben Ländern mit Werken vertreten. Wichtig sei, dass man vor Ort für die Kunden produzieren könne. Werke gibt es neben Brederis in Deutschland, Tschechien, Rumänien, Marokko, China und Mexiko. Derzeit sondiere man mögliche weitere Standorte für die Produktion, so Holzknecht im Gespräch mit den VN, betont aber, dass es sich dabei um mittelfristige Überlegungen handle. Denn eines hat der CEO außerdem im Fokus: “Wir bräuchten mehr Mitarbeiter, mehr Fachkräfte und Ingenieure, dann könnten wir noch stärker wachsen”, so Holzknecht und verweist auf das eigene Ausbildungsprogramm und die Mitarbeiterentwicklung, die viele Wege öffne.

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Hirschmann Automotive

Eigentümer F&R Industriebeteiligungen GmbH

Geschäftsführung Angelo Holzknecht, Markus Ganahl, Stefan Tschol

Mitarbeiter 1300 in Vorarlberg, 7500 insgesamt (80 Lehrlinge, Ausbildung nach österr. Vorbild auch an anderen Standorten)

Umsatz 2022 531 Millionen Euro (+15,7 Prozent)

Firmenhistorie

1959 Gründung der Richard Hirschmann GesmbH, Rankweil: Entwicklung und Produktion von nachrichtentechnischen Geräten (Sender, Empfänger, Antennen)

1970/80’er Entwicklung von Steckverbindungen, Messleitungen und Prüfequipment für die Prüf- und Messtechnik sowie mehrpolige Steckverbindungen für die Kommunikationstechnik

1990’er Umfangreiche Erweiterung des Portfolios, beispielsweise mit Leitungssätzen für Parkassistenz-Systeme oder für den Fahrwerksbereich im Premiumsegment

2000’er Globale Expansion und Ausbau des Produktspektrums, einschließlich verschiedener Sensoren sowie elektrischer Steckverbinder ohne Kontaktelemente

2010’er Gründung der Business Unit Renewable Energy und Aufbau eines neuen Kompetenzzentrums für Stanz- und Biegetechnologie

2020’er Gründung der Business Unit E-JOYN sowie Relaunch der Business Unit Renewable Energy und starker Fokus auf Zukunftstechnologien wie Robotik, autonomes Fahren und E-Mobilität