Auf leisen Sohlen zu mehr Umsatz

Markt / 12.04.2023 • 22:14 Uhr
Produktion von Schwingungsschutz bei Getzner Werkstoffe in Bürs.  FA
Produktion von Schwingungsschutz bei Getzner Werkstoffe in Bürs.  FA

Bürser Experte für Schwingungsschutz ist 2022 um zwölf Prozent gewachsen.

Bürs „Gerade im Bahnbereich konnten wir 2022 unsere Marktpräsenz trotz gestiegener Preise für die Vorprodukte erfreulicherweise ausbauen. Die Rohstoffsituation war keine einfache, aber dank vorausschauender Planung haben wir auch das gut gemeistert: Auf der einen Seite arbeiten wir mit mehreren Anbietern auf Basis langfristiger Lieferverträge zusammen. Das bringt uns eine gewisse Versorgungssicherheit. Auf der anderen Seite haben wir unsere Lagerkapazitäten ‚smart‘ genützt und in ein modernes Hochregallager investiert. Zusammen hat dies ermöglicht, dass wir trotz der Engpässe unseren Kunden die jeweils gewünschten Produkte liefern konnten“, fasst Jürgen Rainalter, Geschäftsführer von Getzner Werkstoffe, das zurückliegende Wirtschaftsjahr zusammen. In Zahlen: Mit einem Wachstum von zwölf Prozent erzielt Getzner einen Umsatz von 150 Millionen Euro.

Künftige Herausforderungen

Um sich für die Zukunft zu rüsten, investiert das innovative Unternehmen insbesondere in die weitere Digitalisierung und in die Nachhaltigkeit. Ein Ergebnis dieser Bemühungen sei, dass Getzner den gesamten Stromverbrauch mit „green energy“ aus konzerneigenen Wasserkraftwerken decken kann. „Uns geht es nicht ‚nur‘ um Klimaneutralität bzw. die Reduktion von CO2-Emissionen, wir verstehen Nachhaltigkeit umfassender. Deshalb betrachten wir den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte und prüfen alle Unternehmensbereiche intensiv auf Möglichkeiten zur Förderung der Nachhaltigkeit“, so Rainalter zur Strategie des Unternehmens.

Im Fokus stehen die Produktionstechnologien, auch die Fertigungsprozesse und die Logistik werden auf Optimierungspotenzial hin untersucht. „Die Langlebigkeit unserer Schwingungsschutzlösungen trägt am meisten dazu bei, Ressourcen zu schonen und die CO2-Bilanz über deren Lebenszyklus hinweg betrachtet zu verbessern“, erklärt der Geschäftsführer von Getzner Werkstoffe. Die elastischen Werkstoffe von Getzner lassen sich außerdem nach dem Erreichen der geplanten Nutzungsdauer wiederverwerten.

Drei Geschäftsbereiche

Die Lösungen von Getzner basieren auf selbst entwickelten und hergestellten Werkstoffen, die Erschütterungen und Vibrationen reduzieren. Sie kommen in den Bereichen Bahn, Bau und Industrie zum Einsatz: beispielsweise in Schienenfahrwegen, zur elastischen Lagerung von Gebäuden oder in Maschinen und Geräten. Diese Geschäftsbereiche entwickeln sich aktuell unterschiedlich: Im Bahnbereich gibt es viel zu tun, weltweit werden Bahnstrecken für mehr ‚green mobility‘ vorbereitet. Der Bausektor hingegen wächst langsamer, Teuerungen und Lieferengpässe machen der Branche zu schaffen. Im Geschäftsbereich Industrie jedoch zieht die Nachfrage an – speziell im Segment Heizung-Klima-Lüftung.

Bei Getzner Werkstoffe in Bürs arbeiten derzeit rund 350 Personen, an allen Standorten zusammen sind es rund 500. Der Schwingungsschutzexperte bildet in seinen drei Geschäftsbereichen Lehrlinge aus und sucht Mitarbeiter.

„Uns geht es nicht ‚nur‘ um Klimaneutralität, wir verstehen Nachhaltigkeit umfassender.“

Nachhaltig aus Überzeugung: Das Unternehmen konnte den Stromverbrauch für den Stammsitz in Bürs vollständig auf „green energy“ umstellen. FA
Nachhaltig aus Überzeugung: Das Unternehmen konnte den Stromverbrauch für den Stammsitz in Bürs vollständig auf „green energy“ umstellen. FA