Weshalb Credit Suisse-Krise unsere Banker nicht zittern lässt

Markt / 16.03.2023 • 18:30 Uhr
Credit Suisse bringt sich und den Finanzplatz Schweiz mit Skandalen, schlechtem Risikomanangement und falschen Entscheidungen in Misskredit.  <span class="copyright">APA</span>
Credit Suisse bringt sich und den Finanzplatz Schweiz mit Skandalen, schlechtem Risikomanangement und falschen Entscheidungen in Misskredit.  APA

Schweizerische Nationalbank sorgt für Beruhigung bei Kunden der CS und an den Börsen.

Zürich, Schwarzach Ein massiver Vertrauensverlust setzt der zweitgrößten Schweizer Bank, Credit Suisse, zu – nicht erst seit gestern, seit Jahren reihen sich Skandale und Fehlentscheidungen der Großbank aneinander. Nun hat die Schweizerische Nationalbank mit einer gewaltigen Kreditlinie von 50 Milliarden Franken ein Zeichen zur Beruhigung der Märkte gesetzt. Vorarlberger Banker gehen wie auch die internationalen Börsen von einer Beruhigung aus – auf den internationalen Markt wie auf die regionalen Banken habe der Schweizer Bankenskandal aber keinen Einfluss.

Warum ist die CS in Schieflage geraten? Anders als 2008 geht es nicht um faule Kredite. Die kriselnde Großbank ist gut kapitalisiert, aber durch schlechtes Risikomanagement tief in die roten Zahlen gestürzt. Dazu kamen Skandale wie die Bespitzelung eines scheidenden Bankers, der zur Konkurrenz ging, und Gerichtsverfahren wegen Verstrickung in einen Korruptionsskandal in Mosambik und Geldwäsche der bulgarischen Mafia.

Wie groß ist die Credit Suisse? Die Credit Suisse ist nach der UBS die zweitgrößte Bank der Schweiz und auch international groß im Geschäft. Mit einer Bilanzsumme von rund 531 Milliarden Franken (541 Mrd Euro) Ende 2022 ist sie aber deutlich kleiner als die UBS mit 1,1 Billionen Dollar (gut 1,0 Billionen Euro). Der internationale Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board – FSB) führt sie auf seiner Liste der 30 systemrelevanten Banken der Welt.

Was hat sich seit der Finanzkrise 2008/2009 geändert? Um die Branche krisenfester zu machen, müssen Banken inzwischen deutlich mehr Eigenkapital vorweisen, mit dem sie in Krisen Verluste abpuffern können. Zudem werden seit 2016 in Europa im Fall der Schieflage eines Instituts zunächst Eigentümer und Gläubiger zur Kasse gebeten. Erst als letztes Mittel geht es an Einlagen von Sparern sowie Gelder aus einem von den Banken finanzierten Krisenfonds (Single Resolution Fund).

Wie sind die Ersparnisse der Menschen abgesichert? Spareinlagen sind z. B. in Österreich und Deutschland mit 100.000 Euro pro Kunde und Bank unverändert ab­ge­sich­ert. Innerhalb dieser Wertgrenze sind auch Zinsen gesichert. Geht in der Schweiz eine Bank konkurs, sind Guthaben bis maximal 100.000 Franken (ebenfalls mit Zinsen) geschützt. Das gilt pro Kundin bzw. Kunde, nicht pro Konto. Geschützt wird in der Schweiz sowie für Kunden in anderen Staaten.

APA, VN-sca

Umfrage: Droht in Österreich Gefahr wegen der Credit Suisse?

<p class="caption">Die SNB hat durch ihr Eingreifen die Lage beruhigt. Die CS verspricht konservativer zu agieren. Die BTV agiert schon immer konservativ. Der Verzicht auf große Risiken hat sich bewährt. <strong>Gerhard Burtscher, </strong>Vorstandsvorsitzender BTV<span class="marker"><br></span></p>

Die SNB hat durch ihr Eingreifen die Lage beruhigt. Die CS verspricht konservativer zu agieren. Die BTV agiert schon immer konservativ. Der Verzicht auf große Risiken hat sich bewährt. Gerhard Burtscher, Vorstandsvorsitzender BTV

Auf unsere Bank hat das überhaupt keine Auswirkungen. Wir sind eine Regionalbank mit überschaubarem Geschäft. Was mich stört, sind die negativen Schlagzeilen für unsere Branche. <strong>Gerhard Hamel</strong>, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Vorarlberg
Auf unsere Bank hat das überhaupt keine Auswirkungen. Wir sind eine Regionalbank mit überschaubarem Geschäft. Was mich stört, sind die negativen Schlagzeilen für unsere Branche. Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Vorarlberg