Deshalb werden Firmensanierungen immer schwieriger

Fünf Sanierungsvorhaben innert kurzer Zeit gescheitert. Jüngstes Beispiel ist Installationsfirma Hudelist.
Feldkirch, Rankweil Binnen weniger Wochen ist das fünfte Sanierungsvorhaben in Vorarlberg gescheitert. Auch wenn diese Verfahren nicht direkt vergleichbar sind, gibt es natürlich Ursachen dafür. Fakt ist, dass es nach den millionenschwer gescheiterten Sanierungsverfahren von myRobotcenter und Alge-innotex sowie den kleineren nicht möglichen Sanierungsverfahren von Hagen Personalservice GmbH & Co KG und Gipskarton-Verspachtelung Duyuslu jetzt das insolvente Rankweiler Installationsunternehmen Hudelist getroffen hat.
Angesprochen auf diesen Umstand sagt der Masseverwalter im Fall des Installationsunternehmens Hudelist, Surena Ettefagh, dass die wirtschaftlichen Gesamtumstände für Unternehmenssanierungen sicher schwieriger geworden seien. Gerade die Erfüllbarkeit eines Sanierungsplans werde immer mehr zur Herausforderung. Dass jetzt sogar die Sanierung eines Installationsunternehmens scheiterte, wirke für Außenstehende verständlicherweise seltsam angesichts der unverändert massiven Nachfrage am Bau.
Eigener Sanierungsantrag
Allerdings könne man Unternehmenssanierungen nicht immer direkt vergleichen, wie das aktuelle Beispiel zeigt. Denn der Fall Hudelist sei “sehr spezifisch”, erklärt der Masseverwalter. Über die “Hudelist Ihr Installateur GmbH” wurde Mitte Dezember 2022 auf eigenen Antrag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Geplant war eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren. Gemäß Insolvenzdatei wurde jedoch der Sanierungsplan Anfang März 2023 von den Gläubigern abgelehnt. Jetzt ist aus dem Sanierungsverfahren ein Konkursverfahren geworden.
64 Gläubiger betroffen
Nach Angaben von Regina Nesensohn vom KSV1870 Vorarlberg gibt es angemeldete Forderungen von etwas mehr als 1,4 Millionen Euro. Davon hat Masseverwalter Surena Ettefagh rund 814.000 Euro anerkannt und an die 620.000 Euro an Forderungen bestritten. Betroffen seien etwa 64 Gläubiger, davon an die 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein sehr großer Gläubiger sei das Finanzamt. In der Abstimmung sei die erforderliche Mehrheit der anwesenden Gläubiger (Kopf und Kapital) klar verfehlt worden, sagt Nesensohn.
Operatives Geschäft veräußern
Masseverwalter Surena Ettefagh erklärt, dass es keinen weiteren Antrag geben werde und man die Sanierung als gescheitert betrachten müsse. Es sei nun sein oberstes Ziel, das operative Geschäft von Hudelist samt Belegschaft in Bausch und Bogen an einen Abnehmer zu verkaufen. “Das bringt in der Regel für die Gläubiger das bessere Ergebnis als ein stückweiser Verkauf.”