Volle Auftragsbücher statt Konjunktiv

Batterietechnik-Spezialist e.battery systems auf Wachstumskurs. Große Finanzierungsrunde bis Sommer.
Wolfurt „Ich wollte etwas hinterlassen, was positiv für die Umwelt ist“, sagt Christopher Schöpf (39) über seine Motivation, Unternehmer zu werden. Mit dem Blick auf den wachsenden Markt der Elektrifizierung und einem „Selbstverwirklichungsdrang“, wie er sagt, gründete er 2019 e.battery systems.
Das Unternehmen ist auf Batterietechnik spezialisiert, beliefert Kunden aus Gewerbe und Industrie mit Produkten, die in Elektrofahrzeugen, Baumaschinen oder Industrieanlagen zum Einsatz kommen.
Wiederverwertung
Dabei gibt es zwei Standbeine. Wechselbare Lithium-Ionen-Batterien für Zwei- und Drei-Rad-Fahrzeuge sowie Energiespeichersysteme aus Gebrauchtbatterien. „Viele Batterien werden weggeworfen, obwohl sie noch eine Restkapazität haben“, sagt Schöpf. Hier kommt e.battery ins Spiel und verwendet diese wieder. Durch die Wiederverwertung verlängere sich deren Lebensdauer um bis zu zehn Jahre. „Wir garantieren dabei eine Ausfallsicherheit“, so der Geschäftsführer.
Die Energiespeichersysteme kommen in Industrie und Gewerbe zum Einsatz, beispielsweise um den Strom aus der Photovoltaikanlage zu speichern. „Damit kann man 80 Prozent seiner Stromrechnung reduzieren“, erklärt Schöpf. Die Amortisation erfolge nach sieben Jahren. Für heuer ist bei den Energiespeichersystemen jedenfalls die Produktion von mindestens 15 Megawattstunden für Kunden geplant.
Insgesamt ist die Auftragslage sehr positiv. Rund 45 Millionen Euro stehen in den Büchern. Heuer soll der Umsatz zum vierten Mal in Folge verdoppelt werden – auf dann acht Millionen Euro. Wachstumspotenzial sieht Schöpf in Indien, im Nahen Osten, Skandinavien sowie der DACH-Region. „Anfangs war alles im Konjunktiv. Heute laufen zigtausende Stück durch unsere Produktion, unsere Produkte sind weltweit im Einsatz und es geht darum, zu expandieren, zu skalieren und die Innovationskraft hochzuhalten.“ Die Herausforderung dabei sei, dass die Organisation entsprechend mitwachse und Prozesse etabliert würden.
Mitarbeiterzahl verdoppelt
Das Personal wurde 2022 von 30 auf 60 Mitarbeiter verdoppelt, heuer sollen zwölf weitere dazukommen. Seit November als CFO an Bord ist Günter Hagspiel (58). Der langjährige Head-Finanzvorstand betreut mehrere Start-ups in Vorarlberg, Wien und der Schweiz. Bei e.battery kümmert er sich um Finanzthemen. „Aktuell sind wir dran, im Rahmen einer Finanzierungsrunde bis Sommer zehn Millionen Euro einzusammeln. Die bestehenden Gesellschafter sind zu 95 Prozent aus Vorarlberg. Deshalb sprechen wir viel mit Vorarlbergern, denn wir wollen den heimischen Bezug erhalten.“ VN-reh
