Hydro Nenzing muss Kurzarbeit anmelden

Walgauer Aluminiumspezialist kämpft sich durch Turbulenzen am Markt.
Nenzing Nach der sehr guten Auftragslage bis ins erste Halbjahr 2022 ist der Nenzinger Aluminiumspezialist Hydro Aluminium seit mehreren Monaten mit spürbaren Auftragsrückgängen konfrontiert. Um die Arbeitsplätze zu sichern, wurde beim AMS für das erste Halbjahr 2023 vorsorglich Kurzarbeit angemeldet, im Laufe des Jahres rechne man wieder mit einer Entspannung der Situation.
Der Aluminium-Strangpressprofil-Hersteller sieht sich aktuell einer sehr herausfordernden Marktsituation gegenüber. So ist das Unternehmen seit dem zweiten Halbjahr 2022 und insbesondere seit dem vierten Quartal mit einer rückläufigen Auftragslage und einer geringeren Auslastung der Produktion konfrontiert, teilen Geschäftsführer Manfred Rotschne und Finanzleiter Johannes Bischof mit.
Die Belegschaft wurde im Jänner 2023 über die aktuell schwierige Situation und deren Auswirkungen informiert. Dabei ging es auch um die Anmeldung von Kurzarbeit für den Standort Nenzing. Das wird von Rotschne und Bischof bestätigt: „Hydro Nenzing hat für das erste Halbjahr 2023 vorsorglich Kurzarbeit beim AMS angemeldet, um die Arbeitsplätze zu sichern.“ Bereits in den vergangenen Monaten habe man Urlaubstage geschenkt und Weiterbildungstage organisiert sowie auf den Abbau von Alturlaub und Stundenkonten gesetzt. Damit habe man auftragsschwache Tage überbrückt.
Geringere Auslastung
Diese Maßnahmen ziehen sich jetzt auch in das erste Halbjahr 2023 hinein. „Auch im neuen Jahr starteten wir mit einer geringeren Auslastung. Darauf werden die Produktionszeiten wöchentlich neu abgestimmt“, so Rotschne und Bischof. Mit den gesetzten Schritten sei es besser möglich, die Schichten zu planen und Aufträge der Kunden termingerecht auszuliefern. Denn dort, wo nötig, könne man jetzt auch auf die angesprochene Kurzarbeit zurückgreifen.
Die aktuelle Situation bei Hydro Nenzing begründen Rotschne und Bischof mit den „sehr erfolgreichen Geschäftsjahren 2020 und 2021 sowie dem ersten Halbjahr 2022“, als man Steigerungen bei den Auftragseingängen von über 200 Prozent verzeichnete. Damals sei das Marktverhalten von den Ängsten rund um die Versorgungssicherheit geprägt gewesen. „Diese extrem hohe Auslastung hat sogar zu Lieferengpässen und langen Lieferzeiten geführt.“ Das Ergebnis seien nun Kunden mit maximal gefüllten Lagerbeständen, so Bischof.
Entspannung im Laufe des Jahres
Rotschne und Bischof gehen davon aus, dass sich die Situation am Markt im Laufe des Jahres wieder entspannen und die Auftragslage ein solides Niveau erreichen werde. In Nenzing werden rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Hydro Nenzing gehört zur norwegischen Firmengruppe Norsk Hydro ASA.
