Ein starkes Band für Sicherheit und Nachhaltigkeit

Neue Geschäftsführerin des Klebebänder- und Papierrollenherstellers Müroll setzt auf Nachhaltigkeit.
Frastanz Das Frastanzer Unternehmen Müroll ist seit seiner Gründung 1964 durch die Brüder Johann und Oswald Müller als “Zwei-Mann”-Betrieb wie das Sortiment kontinuierlich gewachsen. Kurt Pichler hat dieses Wachstum über 50 Jahre maßgeblich mitgestaltet. 22 Jahre war er Geschäftsführer des Unternehmens, das heute in puncto Innovation, Angebotstiefe und Qualität zur Spitze der Branche zählt. Neben der klassischen Verpackungsindustrie liefert Müroll auch die Thermorollen für Supermarktkassen oder z. B. die Tickets für große Kinoketten und andere Veranstalter, und das zuverlässig. Eine Eigenschaft, die besonders in Zeiten des Mangels bei den Kunden hoch im Kurs steht. Doch die letzten drei Jahre waren auch für den erfahrenen Firmenmanager Pichler eine außergewöhnlich intensive Zeit.

Die Herausforderungen sind groß
Denn auch wenn die Lockdowns nicht nur das Geschäft der Verpackungshersteller insgesamt beflügelt hat, sondern auch das des Klebebandherstellers, waren und sind die Herausforderungen für das Frastanzer Unternehmen groß. Um die kümmert sich seit Jahresbeginn Heidrun Müller, die Pichler an der Spitze von Müroll abgelöst hat. Pichler wird allerdings nach 50 Jahren bei Müroll dem Unternehmen als Stiftungsbeirat erhalten bleiben, wie er im Gespräch mit den VN mitteilt. In dieser Rolle wird er Heidrun Müller wohl auch bei der Übergabe noch mit seinem Wissen und Know-how zur Verfügung stehen. Müller kann allerdings auch selbst auf viele Jahre Erfahrung im Geschäft zurückgreifen. Sie hat bislang in der Schweiz dafür gesorgt, dass die Müroll-Produkte sowie jene des Etikettenherstellers Logett (60 Prozent Müroll, 30 Prozent Kurt Pichler, 10 Prozent Christine Raggl) Kunden finden.
„Ich wollte immer in unserem Familienunternehmen arbeiten“, sagt Müller. Verpackung habe sie stets interessiert. Sie ist mit dem Unternehmen aufgewachsen, erzählt sie, habe nach der Handelsakademie Betriebstwirtschaft studiert und war in Frankreich in einer Agentur für Verpackungsdesign tätig. Praxis hat sie bei verschiedenen Unternehmen von der Pieke auf gelernt, rund 15 Jahre ist sie im Vertrieb, auch der Müroll-Produkte, tätig und kennt die Wünsche der Kunden aus dem Effeff. „Jetzt werde ich mich erst einmal einarbeiten“, so Heidrun Müller zur neuen Herausforderung an der Spitze des international tätigen Unternehmens, das über 70 Prozent exportiert und zwar weltweit liefert, aber den Schwerpunkt in der DACH-Region hat.
Was sie fortsetzen wird, ist der Schwerpunkt Ökologisierung der Produkte und der Produktion, die bereits seit mehr als zehn Jahren konsequent vorangetrieben wird. Das Angebot an nachhaltigen und recyclingfähigen Klebebändern wird weiter ausgebaut. Weitere neue Produkte, etwa das Sortiment der mit Papier hergestellten und mit Wasserfarben bedruckbaren Eco-Design-Bänder, wird erweitert. Einen Widerspruch zwischen Verpackung und Nachhaltigkeit sieht sie nicht. Gute Verpackung leiste einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung, um nur einen Vorteil zu nennen. Auch die Nachhaltigkeit und der sparsame Umgang mit Materialien profitiere von Verpackungen.

Auch in den Produktionsstätten wird an weiteren Energieeffizienzmaßnahmen gearbeitet. Sie kann dabei auf bereits umgesetzte Projekte wie die 2021 installierte 5000 Quadratmeter Photovoltaikanlage aufbauen, aber u. a. auch auf Rückgewinnungsanlagen für Spezialbenzin und die Klebstoffbeschichtungsanlage. Müroll sei in einer guten Position in Sachen Nachhaltigkeit, betont Müller, die das Unternehmen, das weitere Produktionsstandorte in Ungarn, Bulgarien und Traiskirchen hat, für die Zukunft mit weiteren Mitarbeitern entsprechend aufrüsten will. „Wir suchen unter anderem Mitarbeiter in der Beschichtung und Druckerei und auch Anlernkräfte“, so Müller.
Einziger Hersteller in Österreich
Der Mitarbeitermangel trifft nämlich auch das Frastanzer Unternehmen, übrigens der einzige österreichische Hersteller von Klebebändern und Papierrollen, und der muss von der neuen Geschäftsführerin und einem bewährten Team an Führungskräften und langjährigen Mitarbeitern neben den um das mehrfache gestiegenen Energiekosten und der immer noch schwierigen Materialbeschaffung gemanagt werden.
Müroll Fakten
Gegründet 1964
Eigentümer Familienunternehmen
Geschäftsführung Heidrun Müller, Michael Müller
Mitarbeiter ca. 140
Umsatz Müroll 35 Millionen, Müroll Gruppe rd. 55 Millionen
Produktionsstätten Frastanz (Stammsitz), Zsámbék (Ungarn), Sofia (Bulgarien).
Traiskirchen