So geht es mit Goldpreis und Bitcoin weiter

Markt / 30.12.2022 • 17:00 Uhr
2023 könnte nach Ansicht von Experten ein gutes Jahr für Gold werden. <span class="copyright">dpa</span>
2023 könnte nach Ansicht von Experten ein gutes Jahr für Gold werden. dpa

Preisentwicklung hängt von vielen Faktoren ab.

Frankfurt 2022 konnte sich der Goldpreis dank hoher Inflationsraten, einer drohenden Energiekrise und des Kriegs in der Ukraine auf einem hohen Niveau halten. Zeitweise lag der Preis nur knapp unter dem Rekordhoch, das im Sommer 2020 bei 2075 Dollar erreicht worden war.

Nach einer Talfahrt in den Monaten Mai bis September konnte die Notierung aber erst seit Anfang November an der Börse in London wieder spürbar zulegen. Sie stieg seither um fast 200 Dollar je Feinunze auf zuletzt 1800 Dollar. Die Ursache für diesen Anstieg liegt vor allem bei der US-Notenbank, die beim Kampf gegen die hohe Inflation bereits einen Gang zurückgeschaltet hat.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.

Wie geht es weiter?

Ein entscheidender Faktor, wie es mit dem Goldpreis weitergeht, wird die Geldpolitik der US-Notenbank und damit verbunden die Kursentwicklung des US-Dollar sein. Denn ob 2023 ein Jahr der Edelmetalle wird oder nicht, hängt nach Einschätzung von Experten vor allem davon ab, wie weit die US-Notenbank Fed den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation anheben wird.

Wenn die Zinsen in den USA nicht mehr steigen und der US-Dollar an Wert verliert, kann Gold 2023 also wieder glänzen. Befragte Analysten gehen im Mittel davon aus, dass der Goldpreis Ende 2023 bei 1835 Dollar je Unze liegen dürfte. Die Spanne der Preisschätzungen reicht dabei von 1600 Dollar bis zu 1900 Dollar.

Weitere Faktoren

Nach Einschätzung des World Gold Council gibt es neben der US-Geldpolitik weitere Faktoren, die den Goldpreis 2023 stützen dürften. Die WGC-Experten verwiesen auf das “geopolitisches Unruhepotenzial”. Außerdem wird eine bessere Konjunktur in China erwartet, was die Nachfrage nach dem Edelmetall ebenfalls stützen dürfte. Auf der anderen Seite könnten vergleichsweise hohe Renditen auf Staatsanleihen die Nachfrage nach Gold bremsen.

Niedergang der Kryptowährungen

Im November 2021 war die Kryptowelt noch in Ordnung: Bitcoin als älteste und größte Kryptowährung notierte bei 69.000 Dollar (64.850 Euro). Aber bereits Anfang 2022 sah die Welt anders aus: Die Angst vor einem Krieg in der Ukraine sowie die steigende Inflation in den USA setzten die Kryptowährungen – allen voran den Bitcoin – unter Druck. Der Kurs für Bitcoin rasselte in der zweiten Jänner-Hälfte auf unter 33.000 US-Dollar. Mit dem Kriegsbeginn in der Ukraine bewahrheiteten sich die Ängste – und der Bitcoin blieb weiterhin unter Druck.

Aber auch das entschiedene Vorgehen der US-Notenbank Fed, die Inflation über kräftige Zinserhöhungen in den Griff zu bekommen, verfehlte seine Wirkung an den Kryptomärkten nicht. Denn bei höheren Zinsen wenden sich Anleger von riskanteren Anlagemöglichkeiten ab und investieren lieber in Dollar.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.

Die hohen Zinsen in den USA machen den digitalen Währungen nach wie vor zu schaffen, auch wenn der Höhepunkt der US-Inflation überschritten sein dürfte. Aber das Vertrauen in die Kryptowährungen ist nach einigen Insolvenzen und Skandalen, bei denen Anleger ihr Erspartes verloren haben, dahin. Heuer fiel der Bitcoin von 46.300 auf knapp 16.600 Dollar (rund 15.600 Euro).