Welche Aktien derzeit interessant sind

Für Experten der Schoellerbank steht fest: “Das Risiko ist, nicht in Aktien investiert zu sein.“
Schwarzach Krisen über Krisen bestimmen derzeit die Lage. Neben dem Krieg bereiten vor allem die hohe Inflation und die Energiesituation Sorgen. Zudem drehen die Notenbanken derzeit an der Zinsschraube.
Die EZB sei gefangen zwischen Zinserhöhungen und gleichzeitig hoher Verschuldung der Staaten, sagt Christian Fegg, Vorstandsdirektor der Schoellerbank Invest. Eine Prognose, wie es weitergeht, sei schwierig, aber die Notenbank dürfte mit ihren Zinsschritten deshalb wohl nicht allzu weit gehen. Auch hätten die Menschen weniger Geld für den Konsum, je mehr sie Menschen für Zinsen aufwenden müssen.

Hinsichtlich Geldanlage rät der Experte aktuell von langfristigen Lebensversicherungen oder Sparbüchern ab. Auch der Immobilienmarkt sei derzeit nicht so interessant. Er sei zu teuer und außerdem sei künftig durchaus eine Besteuerung möglich.
Bei Aktien raten die Schoellerbank-Experten derzeit weniger zu Wachstumsaktien als zu Dividendenaktien beziehungsweise einem gemischten Dividendenfonds. „Generell interessant sind Unternehmen, die es in 20 Jahren noch gibt“, sagt Fegg. Welche das sind? „Basiskonsumgüter-Unternehmen, die groß genug sind, um Krisen zu überstehen.“ Auch weil sie Produkte für den täglichen Gebrauch herstellen, die in der Regel auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten gekauft werden.

Und was ist mit Gold? Aktien würden im langfristigen Vergleich wesentlich besser abschneiden als das Edelmetall. Das zeige ein Beispiel. Wer im Jahr 1926 einen Betrag von 100 US-Dollar investiert hätte, hätte heute auf dem Sparbuch 2500 US-Dollar, 8000 US-Dollar bei Gold und bei Aktien ein Vermögen von einer Million US-Dollar. „Und das trotz Weltkrieg und großen Krisen. Das Risiko ist also vielmehr, nicht in Aktien investiert zu sein“, betont Fegg.

Wie es bei den Energiepreisen weitergeht? Diese werden laut Fegg wohl erst 2025 fallen, weil bis dahin das Angebot Erneuerbarer Energien steige und neue Öl- und Gas-Frackingfelder entstehen. Dazu komme, dass das Energiesparen zu einer sinkenden Nachfrage führe. Denn auch die größten Verbraucher würden derzeit an Alternativen arbeiten. So wollen BASF und MAN in Ludwigshafen nach eigenen Angaben eine der weltgrößten Wärmepumpe bauen.
Die Nachfrage nach „grünen“, also nachhaltigen Geldanlagen, sei bei der Schoellerbank aktuell hoch. Für Fegg der weitaus größere Hebel als der Finanzmarkt ist aber die staatliche Seite. Denn bei all den Herausforderungen rund um den Klimawandel würden keine einfachen Rezepte mehr ausreichen. Hier müsse man schon an allen Stellschrauben drehen, um den Turnaround zu schaffen. Wichtig sei, Wind- und Sonnenenergie weltweit massiv auszubauen. „Es braucht gigantische Investments der Staaten.“
