Was Start-ups in Vorarlberg fehlt

Markt / 03.08.2022 • 08:00 Uhr
Geschäftsführerin Julia Grahammer und Initiator Thomas Gabriel setzen alles daran, im Start-upland gute Bedingungen zu schaffen.<span class="copyright">fa/Sams</span>
Geschäftsführerin Julia Grahammer und Initiator Thomas Gabriel setzen alles daran, im Start-upland gute Bedingungen zu schaffen.fa/Sams

Start-up-Barometer: Die Vernetzung ist gut, aber Business Angels und Universität fehlen.

Dornbirn Die Pandemiejahre und die aktuelle weltpolitische Lage sind nicht gerade das Umfeld, in dem sich Unternehmen insgesamt und Start-ups im Besonderen so entwickeln können, wie sie es gerne täten.

Das zeigt sich im fünften Vorarlberger Start-up-Barometer an den in einer Blitzumfrage erhobenen Daten. Wobei die Zahlen zeigen, dass die Start-ups durchaus nach vorne blicken. Vor allem liege deren Fokus auch 2022 wieder verstärkt auf konsequenter Vernetzung, berichten Startupland-Geschäftsführerin Julia Grahammer und Startupland-Initiator Thomas Gabriel in ihrer Analyse der vorliegenden Daten.  Neben der für die Szene wichtigen Vernetzung werden die vielfältigen Beratungsangebote sehr positiv und immer stärker nachgefragt – “und zwar nicht nur in der Gründungs-, sondern auch in der Wachstumsphase”.

Große Hilfsbereitschaft

Das Netzwerk, die kurzen Wege und eine gute Infrastruktur werden denn auch von den befragten Start-ups als Vorteil gesehen, um in Vorarlberg zu gründen bzw. tätig zu sein, auch die große Hilfsbereitschaft gefällt den Gründern. Nachteilig wird die fehlende Universität und der Mangel an Fachkräften empfunden. Auch Business Angel sowie ein Venture-Capital-Netzwerk werden vermisst. Kritik gibt es an der hohen Steuerlast und der Bürokratie. Den besten Wert mit 5,15 von erreichbaren sieben Punkten geben die Zukunftshoffnungen des Wirtschaftsstandorts den Förderangeboten im Land, nur 3,2 Punkte gab es allerdings in Sachen Mitarbeiterpotenzial.

“Etwas bewegen und verändern“ wollen 48,6 Prozent der Befragten, 21,6 Prozent wollen eine geniale Idee umsetzen, und 16,2 Prozent wollen sich selbst verwirklichen. Doch Optimismus und Entwicklungskurse haben sich etwas eingebremst: Start-ups wollen weiterwachsen, setzen aber vermehrt auf langsameres Wachstum. Zurückhaltung herrscht auch bei den Neueinstellungen: 35,1 Prozent haben keine Neueinstellungen geplant, aber immerhin wollen die restlichen 64,9 Prozent ein bis drei Neueinstellungen in den nächsten zwölf Monaten realisieren. 27 Prozent der Start-ups versuchen, soziale sowie ökologische Ziele gleichsam zu berücksichtigen, weitere 27 Prozent geben an: „Wann immer möglich, jedoch ohne vorrangigen Fokus.“