Wie Blum einen neuen Umsatzrekord geschafft hat

Trotz vieler Herausforderungen steigert Beschlägehersteller im Geschäftsjahr 2021/22 Umsatz auf 2,643 Mrd. Euro.
Höchst Krieg, Corona, Energiekrise, Lieferketten, Preise, Inflation: Blickt man auf alle Schauplätze, die die Welt aktuell zu bieten hat, sehnt man sich nach Stabilität. „Es gibt derzeit mehr Fragen als Antworten“, fassen es Martin und Philipp Blum zusammen. Die Geschäftsführer des gleichnamigen Beschlägeproduzenten müssen sich seit Beginn der Coronapandemie 2020 mit verschiedensten Unberechenbarkeiten beschäftigen.

„Bei den Rohmaterialien liegt die Herausforderung in Verfügbarkeit und Preis. Im Transportbereich sind die Frachtkosten explodiert. Dazu kommen hohe Energiepreise und Inflation. Es ist eine Summe an Entwicklungen, die gesamtwirtschaftlich viel Unsicherheit bringt“, so Philipp Blum. Aufgrund dieser Kostensteigerungen musste auch der Beschlägeproduzent seine Preise anpassen.
Hohe Nachfrage
Dass das Wirtschaftsjahr 2021/22 dennoch positiv abgeschlossen werden konnte, liegt an der anhaltend hohen Nachfrage. Der Trend, sein Zuhause schön und qualitativ hochwertig zu gestalten, sei nach wie vor spürbar.
So stand am Ende ein Umsatz von 2,643 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Plus von 11,2 Prozent. Die Nachfrage sei dabei weltweit hoch. Selbst in Asien, wo Lockdowns das Leben massiv einschränkten, stand am Ende ein Plus. Insgesamt erzielt Blum 44 Prozent des Umsatzes in der EU, 13 Prozent in den USA.

Um lieferfähig zu bleiben, wurde auch im vergangenen Wirtschaftsjahr viel investiert. 339 Millionen Euro flossen in Gebäude, Maschinen und Anlagen, wie Martin Blum erklärt. 66 Prozent davon blieben in Vorarlberg. So wurde die Bauetappe im Werk in Bregenz fertiggestellt. Der Erweiterungsbau in Gaißau soll bis Mitte 2023 bezugsfertig sein. Allerdings, so Martin Blum, seien nicht alle notwendigen Kapazitätserweiterungen in den eigenen Werken möglich. Deshalb miete man auch Außenstellen an. Das Ziel sei jedoch, alle Produktionsschritte wieder zusammenzuführen.
Millionen investiert
Investiert wird aktuell in das Produktionswerk in Polen, das Werk in China wurde bereits fertiggestellt. Auch wenn es Martin und Philipp Blum aufgrund der Einreisebeschränkungen selbst bislang nur von Bildern kennen.
Die Lage in der Ukraine beobachtet man indes mit Sorge. „Wir haben ein motiviertes Team dort und sind in ständigem Austausch. Wir sind froh, dass es allen den Umständen entsprechend gut geht“, sagt Philipp Blum.
Die Lieferungen nach Russland habe man temporär ausgesetzt. Allerdings gebe es hier nicht nur schwarz oder weiß. Schließlich habe Blum auch 60 russische Kollegen. Hier eine endgültige Entscheidung zu treffen, sei deshalb nicht leicht.

Ein Augenmerk liegt bei Blum derzeit auch auf der Auslotung von Alternativen zu fossilen Energieträgern. Auch wenn man bereits auf Fotovoltaik und Biomasse setze und intern nur wenige Prozesse habe, die direkt mit Gas betrieben werden. Einen kurzfristigen Ausstieg aus russischem Gas hält Martin Blum aber nicht für realistisch. Hier brauche es noch viel an Innovation und Investitionen.
Viele Fragezeichen
Und wie fällt der Ausblick aus? Hinter allen geopolitischen Entwicklungen stehe ein großes Fragezeichen. Auch Corona werde nicht verschwinden. Hier hofft man bei Blum aber auf politische Maßnahmen mit Augenmaß. Schließlich zählte man im vergangenen Geschäftsjahr 2021/22 zeitweise bis zu 450 Mitarbeiter in Quarantäne. Was die beiden Geschäftsführer dennoch zuversichtlich stimmt, ist der nachhaltige Trend zu neuen Küchen und Möbel. Es gebe eine anhaltend hohe Wertschätzung für das eigene Zuhause.
