Ein brisanter Cocktail

Dornbirn Unsichere Zeiten legen es nahe, in der persönlichen Veranlagung so breit aufgestellt zu sein, wie das nur möglich ist. Die aktuelle Gemengelage – ein brisanter Cocktail aus außergewöhnlich hoher Inflation, den dagegen antretenden und restriktiver gewordenen Notenbanken, und einer Abschwächung der Weltwirtschaft, die unter Umständen in eine Rezession münden könnte – hat seit Anfang April zu einem Kursrutsch bei nahezu allen Anlageklassen geführt: Aktien, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, inflationsgebundene Staatsanleihen, Industriemetalle sowie Gold und Kryptowährungen (Bitcoin und Co.) zog es allesamt in die Tiefe.
Bemerkenswert: Diese Anlagen sind eigentlich historisch betrachtet unabhängig voneinander. Dass sie zeitgleich Wertverluste erleiden, war in der Vergangenheit sehr selten. Wie könnte es nun weiter gehen? Seit Jahresanfang ist das rasante Wachstum der Geldmenge zurück gegangen. Das spricht dafür, dass die Inflation bald ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte.
Nach den USA stehen nun auch in Europa Zinserhöhungen vor der Tür. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank äußerte sich diese Tage überraschend klar zur künftigen Zinspolitik. Sie meinte, dass die Leitzinsen wahrscheinlich im Juli und im September angehoben werden. Damit würde die Negativzinspolitik Ende des dritten Quartals beendet werden. Die Notenbanken, die die Grundlage für die Inflation geschaffen haben, laufen Gefahr eine Wirtschaft weiter zu bremsen, die sich ohnehin abschwächt.
Die Expert:innen der Erste Asset Management werden die straffere Notenbankpolitik, die Wirtschaftsdaten und die geopolitischen Risiken im Auge behalten. Eine nachhaltige Verbesserung der Stimmung bei den Investor:innen erwarten sie erst, wenn mehr Klarheit über diese Faktoren herrscht. Bis dahin kann man den Kursrückgängen durch Zukäufe im Rahmen eines regelmäßigen Fondssparplans begegnen. Mit diesen Käufen (zu vergünstigen Preisen) ist man beim nächsten Kursaufschwung jedenfalls dabei.
christoph.flatz@dornbirn.sparkasse.at, Christoph Flatz, Private Banking. www.erste-am.at