Zoll macht Schluss mit Zettelwirtschaft

Die Digitalisierung der Abwicklung soll Entlastung bringen. Auch das Gebäude in Wolfurt wird saniert.
Wolfurt Lkw-Staus vom Kreisverkehr Dornbirn Nord entlang der L 190 in Richtung Wolfurt, lange Schlangen vor dem Zollamt, die Büros der Speditionsunternehmen in Containern: So sieht die aktuelle Situation am Areal des Güterbahnhofs Wolfurt aus. An dem Ort, an dem mehr als ein Viertel aller Zollabfertigungen Österreichs abgewickelt werden, sind die Kapazitätsgrenzen erreicht. Wurden in Wolfurt vor 20 Jahren noch 150 Lkw am Tag abgefertigt, sind es heute bis zu 600.
Außerdem ist in Wolfurt das einzige Binnenzollamt an einer EU-Außengrenze angesiedelt. Das heißt, dort werden sowohl die Zollmodalitäten für Österreich als auch für die Schweiz erledigt. Anschließend werden die abgefertigten Lkw über die Zollgrenzstellen Höchst-St. Margrethen, Lustenau-Au, Hohenems-Diepoldsau und Mäder-Kriessern geführt.

Zollabwicklung neu
Nun findet die langjährige Forderung der Wirtschaft und der staugeplagten Bevölkerung, dieses Nadelöhr zu beseitigen, politisch Gehör. Denn gestern präsentierten Finanzminister Magnus Brunner, Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrat Marco Tittler und Heike Fetka-Blüthner, Vorständin Zollamt Österreich, ihren Plan, wie sie die Zollabwicklung neu aufstellen wollen.

Konkret sollen die Zollverfahren (Einfuhr, Ausfuhr, Versandverfahren) digitalisiert werden. Das soll für kürzere Standzeiten und eine raschere Abwicklung an der Zollgrenze sorgen. Die sogenannten Laufzettel sollen dadurch bald Geschichte sein. Durch die Aufnahme aller Grenzzollstellen Höchst/St. Margreten, Lustenau/Au, Hohenems/Diepoldsau und Mäder/Kriessern in die zukünftigen Korridorverkehre soll der Verkehr besser aufgefächert werden. Zudem wird in die Infrastruktur in Wolfurt investiert. Geld fließt in die Unterbringung der Speditionsbetriebe und der Lkw-Fahrer sowie in die Modernisierung des Zollamtes.
Finale Umsetzung bis 2027
Von heute auf morgen lässt sich das alles allerdings nicht umsetzen. Der Zeithorizont: Heuer sollen ein Masterplan und ein infrastrukturelles Grobkonzept erstellt werden. Erste Pilotkorridore sollen ab 2024 erprobt werden. 2027 soll alles abgeschlossen sein. Investiert wird ein zweistelliger Millionenbetrag.