Wirtschaftsbund: “Meine Frage war, ob wir Schutzgeld zahlen”

Der ehemalige stellvertretende Innungsmeister der Tischler, Michael Stadler, gibt Einblicke in die Inseratenaffäre des Wirtschaftsbundes.
Lauterach Nach seinem Auftritt in der ZIB 2 am Dienstagabend kennt bald das ganze Land den Tischlermeister aus Lauterach.
Der ehemalige stellvertretende Innungsmeister der Tischler Michael Stadler gab Einblicke, wie die Inseratenbuchungen beim Wirtschaftsbund liefen. Auch spricht er von direkten Bedrängungen des Wirtschaftsbunddirektors Jürgen Kessler, als die Inserate nicht ausfielen wie erwartet – und dem Gefühl, Schutzgeld zu zahlen.
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Dass es sich dabei um Parteienfinanzierung handelte, sei offensichtlich gewesen. Schließlich sank der Preis pro Inserat von 3600 auf 3000 Euro pro Seite, um unter der Meldegrenze des Parteiengesetzes zu bleiben, als dieses eingeführt wurde.
Wirtschaftsbund
Der Wirtschaftsbund (WB) steht zur Wirtschaftskammer (WKÖ) wie die Österreichische Volkspartei (ÖVP) zur Republik Österreich. Der Wirtschaftsbund ist eine der sechs Teilorganisationen der ÖVP und deren Arm im politischen Bereich der Wirtschaftskammer Österreich. Der Wirtschaftsbund hat österreichweit nach eigenen Angaben etwa 100.000 Mitglieder. Während ordentliche Mitglieder des Wirtschaftsbundes auch ÖVP-Mitglieder sind, beschränken sich außerordentliche Mitgliedschaften auf die Mitgliedschaft im Wirtschaftsbund.
Der Wirtschaftsbund stellt seit 1945 jeden Präsidenten der WKÖ, in Vorarlberg ist die Situation nicht anders. Bei der Kammerwahl 2020 trat der Vorarlberger Wirtschaftsbund in einem Wahlbündnis mit der Freiheitlichen Wirtschaft und dem Wirtschaftsverband an, sie vereinigten 701 von 806 Mandate auf sich.