Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs

Wien Angesichts der Bilder aus dem Kriegsgebiet scheinen die wirtschaftlichen Folgen dieses gewaltsamen Konflikts fast unbedeutend, trotzdem gibt es sie. Zum einen die direkten Auswirkungen, die zu Exporteinschränkungen in diese Region führen, grob ein Prozent der österreichischen Exporte gehen nach Russland oder in die Ukraine. Zum zweiten fehlen Importe aus der Region, vor allem Zwischenprodukte, allen voran Energie und dies kann die Produktion dämpfen. Auch die Importe aus der Region machen rund ein Prozent für Österreich aus, allerdings in manchen Bereichen deutlich mehr, etwa Eisenerz, Stahl, Düngemittel, und vor allem Energie. Und schließlich hat der Krieg die bereits hohen Rohstoffpreise, auch hier vor allem Energie, nochmals deutlich steigen lassen, was am Ende Kaufkraft kostet. Dies dürfte auch die stärkste Wirkung auf Österreichs Wirtschaft haben, solange es keinen Importstopp bei Energie gibt. Die Inflationsrate wird heuer wohl knapp sechs Prozent betragen, dies kostet am Ende der österreichischen Wirtschaft ein Prozent Wachstum, statt viereinhalb Prozent daher nur dreieinhalb Prozent reales Wachstum. Warum nicht mehr? Da die Erholung des Dienstleistungskonsums nach der Pandemie den negativen Effekt der hohen Inflation und der Lieferengpässe mildern wird. Industrie und Bau könnten jedoch durchaus stagnieren 2022.
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Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria Unicredit, Economics & Market Analyses