Aufregung um GASCHT-Standorte

Markt / 17.02.2022 • 04:30 Uhr
Aufregung um GASCHT-Standorte
Gaisbühel als Standort für Campus und GASCHT? Das sorgt für rege Aktivität hinter den Kulissen. VN/Stiplovsek

Standort-Vorschlag Gaisbühel für den Campus der Regionen sorgt für Diskussionen.

Feldkirch, Bludesch, Hohenems Im Jahr 2018 war eigentlich schon alles klar: Hohenems sollte Standort für den „Campus der Regionalität werden. Eine Absichtserklärung gibt es auch. Entstehen sollte oder soll ein Holzbau, in dem die GASCHT, die Gastgeberschule für Tourismusberufe, sowie ein Marktplatz der Regionalität Quartier beziehen würden. Doch wie berichtet, machte die Corona-Pandemie der Umsetzung des Projektes ein Strich durch die Rechnung.

Inzwischen hat sich eine hochkarätige Arbeitsgruppe aus Gastronomen und Hoteliers aber Gedanken gemacht, wie man die Schule bzw. den Beruf aufwerten könnte. Und eine Idee gab es auch schon. Vorarlberger Gastronomen besuchten die Slow Food e l‘ Università di Scienze Gastronomiche in Bra. Die Gastronomie-Uni begeisterte. Dort wird der Schulterschluss zwischen Landwirtschaft, Produzenten und Gastgebern seit 2004 gelebt.

Gastronomie-Universität im italienischen Piemont ist Vorlage für die "Vison Gaisbühel". <span class="copyright">WIKI</span>
Gastronomie-Universität im italienischen Piemont ist Vorlage für die "Vison Gaisbühel". WIKI

In Workshops wurde daraufhin an der Vision gearbeitet, die bereits im vergangenen Herbst bei einer Mitgliederversammlung vorgestellt wurde. Auch dem Präsidenten der Wirtschaftskammer, Hans Peter Metzler war, wie eine Reihe von schwarzen Landespolitikern, im Bild über das Projekt, das auf Zustimmung gestoßen ist. Doch nicht beim Land Vorarlberg. So berichten Teilnehmer von einer Unterredung mit Tourismus- und Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner, bei der dieser deutlich gemacht habe, dass er zum Standort Hohenems stehe. Eine breite Diskussion wollte man vermeiden.

Das ist auch nach der Veröffentlichung über die Pläne so. Seither herrschte reger Mail- und Telefonverkehr – bei den VN wollte man in Erfahrung bringen, wer der “Whistleblower” sei. Ein Gastronom zog ein bereits gegebenes Pro-Gaisbühel-Statement zurück, weil er “von Freunden darum gebeten wurde”.”

“Sagen nicht nein”

Ganz anders die Bürgermeister der beiden möglichen Standortgemeinden. Er wolle natürlich nicht in Entscheidungen von Land und Wirtschaftskammer eingreifen, sagte der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger, doch der Campus sei in Hohenems willkommen. Die enge räumliche Verbindung mit dem Bäuerliches Schul- und Bildungszentrum für Vorarlberg sieht er als gewichtiges Argument für Hohenems. Bludesch und Schlins als Standortgemeinden des ehemaligen Krankenhauses Gaisbühel, „stehen dem Ansinnen offen gegenüber“, sagt der Bludescher Bürgermeister Martin Konzet, „wir sagen jedenfalls nicht nein, sollte Gaisbühel ausgewählt werden“.

Der VN-Bericht löste allerdings auch in der Zielgruppe, den Jugendlichen und deren Eltern, Verunsicherung aus. Von der Schule wollten sie wissen, ob die Ausbildung nun nicht in den bestehenden  Schulorten Hohenems, Bludenz und Bezau stattfindet. Dem ist noch länger nicht so: Denn bis es zu einer Entscheidung, wie und wo der Campus der Regionalität schlussendlich situiert wird und dann noch gebaut werden muss, werden noch Jahre vergehen.Umfrage Welches ist der richtige Standort für die GASCHT?

Umfrage: Welches ist der richtige Standort für die GASCHT?

Wir stehen dem Vorschlag offen gegenüber und können uns das Gebäude und das Gelände in Gaisbühelgut als Standort vorstellen. Befürworten würden wir, wenn das Land weiterhin Eigentümer ist. Martin Konzet, Bgm. Bludesch

Der geplante Standort in Hohenems ist wegen der Nähe zur Landwirtschaftsschule und der zentralen Lage für den Campus hervorragend geeignet, auch beim WIFI wäre eine Ansiedlung möglich. Dieter Egger, Bgm. Hohenems

Mich hat das Projekt bei der Präsentation sehr angesprochen, das wäre ein tolles Projekt für das Land. Doch ganz konkret müssen Top-Gastronomen und Hoteliers, die ausbilden, dazu Stellung nehmen. Gerold Walch, Hotelier