Röthner Green-Tech-Pionier stellt sich breiter auf

Enercret hat das „Green“ nun auch im Firmennamen.
Röthis Die Firma Enercret ist seit 1982 als selbstständiges Unternehmen mit einem selbst entwickelten geothermischen Heiz- und Kühlsystem am Markt, das seither ständig verbessert wurde. Das als Spin-off von Nägele Bau gegründete Unternehmen ist damit in ganz Europa präsent und zählt zu den Pionieren des inzwischen zum Hoffnungsmarkt erklärten Geschäftsfeld Green Economy. Und nicht nur Pionier, auch Weltmarktführer bei Gesamtdienstleistungen im Bereich oberflächennaher Geothermie zum Heizen und Kühlen von Gebäuden.
Nun hat Enercret auch das „Green“ im Namen. Zumindest was das inzwischen zur Gruppe gewachsene Unternehmen betrifft. „Wir haben die Struktur den Erfordernissen angepasst und weil wir mehr sind als die Firma mit Betonpfählen, haben wir uns als Gruppe auch umbenannt“, erklärt der ehemalige ÖBB- und Westbahn-Manager Stefan Wehinger, inzwischen Alleineigentümer der Holding.
Vier Unternehmen
Die Gruppe gliedert sich in vier Unternehmen, der Energreen, die für die Projektentwicklung verantwortlich zeichnet, die Enercret, die für die Montage der Anlagen zuständig ist. Die Enerplan plant, wie es der Name sagt, und Enerlink entwickelt neue Produkte. So soll Energreen so flexibel wie möglich arbeiten können.
Eigene Gebäudesimulation
Der Schwerpunkt wurde ausgeweitet: Nicht mehr nur das eigene Geothermiesystem soll Kunden angeboten werden, sondern eine umfassende Lösung für die Energieversorgung von Gebäuden mit den jeweils besten Optionen, also auch Photovoltaik und anderen alternativen Energieerzeugern. Instrument dafür ist die von Energreen entwickelte Gebäudesimulation. „Umso früher wir in die Planung einbezogen werden, umso besser funktioniert das“, sagt Wehinger, der an der Holdingspitze zusammen mit dem langjährigen Geschäftsführer Othmar Schwärzler für die Strategie und die Finanzen der Gruppe sorgt.
Führungsteam verjüngt
Gleichzeitig wurde das Führungsteam verjüngt. Geschäftsführer der Projektentwicklung ist Stefan Rosskopf-Nachbaur, der sein Know-how an den Fachhochschulen Kufstein und Dornbirn erworben hat. Martin Steinhart zeichnet für Enerplan und Enerlink verantwortlich, Schwärzler für das Montageunternehmen. Insgesamt bleibt die Gruppe schlank aufgestellt mit 50 Mitarbeitern. Schwärzler verweist aber auf die vielen Partnerfirmen vor allem aus Vorarlberg, die in die Projekte eingebunden sind.
Kooperationen in Vorarlberg
Auf Partner setzt die Gruppe auch in Zukunft. Man könne sich auch gemeinsame Unternehmen vorstellen, um Kompetenzen zu bündeln, mit dem Ziel, die größte Energieeffizienz zu erreichen. Die ist verstärkt auch am Heimatmarkt zu spüren, verweist Rosskopf-Nachbaur darauf, dass für die neue Zentrale der VLV in Bregenz ein effizientes Energiesystem entwickelt wurde. Auch Eberle Automatische Systeme setzt auf die Kompetenz der Röthner. Insgesamt sei die Auftragslage sehr gut mit Tendenz nach oben, so Schwärzler.

Stark in Großbritannien
Besonders stark ist man in Großbritannien, dafür wurde ein Unternehmen vor Ort gegründet. Die Mehrheit werde allerdings abgegeben, weil es schwierig sei, mit den neuen Gegebenheiten durch den Brexit grenzüberschreitend tätig zu sein. Nichtsdestotrotz zählt die Insel zu den Hauptmärkten. Dort wurden Energiesysteme für große städtische Vorhaben ebenso umgesetzt wie für Astra Zeneca.
Jetzt hoffe man, dass auch die Politik in die Gänge komme, denn der „künftige Weg wird nicht von der Politik vorgegeben, sondern vom Klima“, so Wehinger, der auch Dozent an der FH Biberach ist. Die Energreen Holding sei jedenfalls für die Zukunft vorbereitet.