wirtschaft aktuell

Tempo zu langsam
BErlin Die deutsche Autoindustrie sieht den Hochlauf der E-Mobilität in Deutschland gefährdet. Als Grund nennt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, die Ladeinfrastruktur. Hier hänge Deutschland extrem hinterher. “Um die Menge der E-Autos, die die Regierung vorsieht, erreichen zu können, müssten pro Woche etwa 2000 neue öffentliche Ladepunkte installiert werden – tatsächlich sind es gerade mal 300.”
Kein Land reif für Euro-Beitritt
Berlin Der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing rät von einer Erweiterung der Gruppe der Euroländer ab. “Im Moment sieht es nicht so aus, dass der Euro sich verbessern würde, wenn da noch mehr Länder teilnehmen.”
Zögerlich nachhaltig
Tettnang Für Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Outdoorausrüsters Vaude, handeln Firmen in Sachen Nachhaltigkeit oft zu zögerlich. “Unternehmen warten auf die politischen Rahmenbedingungen, die Politik wartet auf Vorgaben aus Europa und der Konsument wartet auf mehr Angebot. Der eine guckt auf den anderen”, so die Vorständin im Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft zur “Schwäbischen Zeitung”. Dabei hätten Firmen den Vorteil, “sehr schnell und sehr radikal handeln” zu können.
Bosch rechnet weiter mit Chipmangel
Stuttgart Der künftige Bosch-Chef Stefan Hartung rechnet noch längere Zeit mit einem Mangel an Halbleitern. “Die Chipkrise ist nicht vorbei”, sagt Hartung dem “Focus”. “Wir alle als deutsche Industrie sind massiv darauf angewiesen, dass die Lieferengpässe behoben werden. Jeder Chip, der fehlt, kann bedeuten, dass eine Lenkung und in der Folge ein ganzes Auto nicht gebaut werden kann. Das wird uns das ganze Jahr 2022 noch viel Kraft kosten.”
Sacher-Chef: Krise nicht vorbei
Wien Die Stadthotellerie leidet weiter unter Corona. Das Hotel Sacher war bisher bereits neun Monate lang behördlich geschlossen. Auch der jüngste Lockdown setzte dem Haus zu. “Wir sind auf einem Viertel bis einem Drittel des üblichen Weihnachtsgeschäfts”, sagt Sacher-Group-Chef Matthias Winkler. “Die Pandemie wird uns auch im kommenden Jahr nicht loslassen. Gewinne winken frühestens 2024.”