So geht es mit den Gaspreisen weiter

Markt / 27.12.2021 • 04:45 Uhr
So geht es mit den Gaspreisen weiter
Experten rechnen damit, dass die Strom- und Gaspreise auch im neuen Jahr hoch bleiben werden. apa

Bei illwerke vkw erfolgt Entscheidung über Erhöhung Anfang des Jahres.

Bregenz Gestiegene Energiepreise werden auch im kommenden Jahr die Haushaltskassen vieler Verbraucher belasten. Vor allem der Gaspreis ist derzeit massiven Preissteigerungen und Schwankungen ausgesetzt. Auch kurz vor Weihnachten gab es wieder ein neues Rekordhoch zu verzeichnen. Grund war nicht nur die winterliche Kälte, die zu einer höheren Nachfrage führte, sondern auch die diplomatischen Auseinandersetzungen mit dem Lieferland Russland, das erneut die Erdgaslieferung über die russisch-europäische Pipeline Jamal-Europa gestoppt hatte.

Kurz vor Weihnachten ging der Preis wieder etwas zurück, weil in den kommenden Wochen zahlreiche Flüssiggas-Tanker in europäische Häfen einlaufen und das Wetter milder wird.

20 bis 30 Prozent?

Was das für den Endkunden bedeutet? Einige Energieversorger in Österreich haben bereits Preiserhöhungen durchgesetzt, andere halten sich noch bedeckt. Bei der Regulierungsbehörde E-Control erwartet man aber für den Großteil der Kunden Preissteigerungen von etwa 20 bis 30 Prozent. Zwar zeichne sich auf längere Sicht an den Märkten wieder eine Entspannung ab, allerdings erst nach diesem Winter.

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Die Zentrale der illwerke vkw in Bregenz. vn

Entscheidung 2022

In Vorarlberg haben die steigenden Energiepreise am europäischen Großhandelsmarkt vorerst noch keine Auswirkungen. Beim Energiekonzern illwerke vkw ist heuer keine Erhöhung des Gaspreises für die Kunden mehr vorgesehen. Bis April 2022 gelte für Haushaltskunden sowieso noch eine Preisbindung, so Sprecher Andreas Neuhauser. Somit wäre eine Preiserhöhung erst ab diesem Zeitpunkt möglich. Aktuell beobachte man die Situation und wolle erst Anfang Jahr entscheiden.

So wie der Strompreis setzt sich auch der Gaspreis, den ein Endverbraucher zu zahlen hat, aus dem reinen Energiepreis, den Netzgebühren und Steuern und Abgaben zusammen. Der Energiepreis mache in Vorarlberg rund 50 Prozent aus.

Gas beliebt

Erdgas ist in Vorarlberg übrigens immer noch sehr beliebt. Die jährlichen Auswertungen von Vorarlberg Netz zeigen, dass der gesamte Erdgas-Absatz in Vorarlberg im Jahr 2014 bei 1818 Gigawattstunden lag, im Vor-Corona-Jahr 2019 dann 2136 Gigawattstunden. Selbst im ersten Corona-Jahr 2020, wo verschiedenste Betriebe für einige Wochen ihre Produktion drosselten oder einstellten, belief sich der Absatz noch immer auf 2097 Gigawattstunden. Installierte Netzanschlüsse gab es im Jahr 2020 insgesamt 33.316. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 30.973 Erdgas-Anschlüsse.