Kostensituation immer prekärer

Hohe Grundstücks- und Baupreise: Vogewosi setzt nur noch dringliche Projekte um.
Dornbirn Das Ziel der Vogewosi ist es, leistbares Wohnen in Vorarlberg zu ermöglichen. Im Jahr 2020 hat die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft 221 Wohnungen in elf Wohnanlagen fertiggestellt. Aktuell sind 396 Wohnungen in 14 Anlagen im Bau oder im Bauverfahren. Ende kommenden Jahres sollen 106 Wohnungen in fünf Wohnanlagen fertiggestellt sein.
Dass es nicht mehr 600 bis 700 Wohnungen jährlich sind, wie Jahre zuvor, liege einerseits daran, dass sich die tatsächliche Bedarfssituation entspannt habe. Andererseits führe die aktuelle Kostensituation dazu, dass leistbares Wohnen immer schwerer realisierbar sei, betont Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz.
Kostenschub
„Die Bau- und Grundstückskosten sind von 2015 bis 2020 um 31 Prozent angestiegen, von 2020 auf 2021 nochmals um 20 Prozent. Das trifft uns ordentlich. Allein die Quadratmeterpreise bewegen sich im Rheintal und Walgau zwischen 800 und 1500 Euro.
Umgelegt auf die reine Nutzfläche ergibt das einen Quadratmeterpreis von 1000 bis 2400 Euro“, betont Lorenz. Man werde deshalb nun keine Projekte vorantreiben, die nicht dringend sind. Vielmehr fokussiere man die Bautätigkeit auf die kostengünstigeren Holzmodulbauten Wohnen500Plus, auf Projekte, deren Bauverfahren bereits sehr weit fortgeschritten ist, und auf solche, die für eine Gemeinde dringlich sind.
Hohes Eigenkapital
Dass angesichts rasant steigender Kosten überhaupt so viel gebaut wird, sei deshalb nicht selbstverständlich, sagt Vogewosi-Aufsichtsratsvorsitzender Karlheinz Rüdisser. Möglich sei das neben der Wohnbauförderung nur deshalb, weil die Vogewosi ein Eigenkapital von 295 Millionen Euro aufweist. „Dadurch können wir Projekte mit eigenen Mitteln finanzieren“, so Rüdisser.
Mittlerweile gibt es Vogewosi-Wohnanlagen in 60 Vorarlberger Gemeinden. Egg, Langen bei Bregenz, Übersaxen und Zwischenwasser kamen neu hinzu. Blons folgt im kommenden Jahr.
Sanierungsrekord
Ein großer Fokus der Vogewosi liegt nicht nur auf dem Neubau, sondern auch auf Sanierungen. 2020 wurden 18,4 Millionen in Innensanierungen, Wasserleitungen, Dächer oder energetische Verbesserungen investiert. Das ist ein neuer Höchststand. Allerdings müsse man überlegen, welche Wege man hier in Zukunft gehe. „Die Finanzierung von energetischen Sanierungsmaßnahmen wird immer schwieriger. Sie sind teuer und die Kosten können aus rechtlichen Gründen nicht auf die Mieter verumlagt werden“, erklärt Lorenz.
Die Mieten für Vogewosi-Wohnungen liegen im Schnitt bei 5,18 Euro pro Quadratmeter ohne Betriebskosten. 14.562 Mietwohnungen hat die Wohnbaugesellschaft im Bestand. VN-reh


Zahlen und Fakten 2020
Bilanzsumme 877,9 Mill. Euro (+3,7%)
Eigenkapital 295,1 Mill. Euro (+4,2%)
Umsatz 88,9 Mill. Euro (+2,2%)
Bilanzgewinn 6,06 Mill. Euro (+2,3%)
Bestand unbebaute Grundstücke 183.100 m²
Mietwohnungen 14.562
Eigentumswohnungen (nur Verwaltung) 2594
Mitarbeiter 95 (+2)