Wo Inflation herrscht – und wo nicht

Markt / 17.12.2021 • 18:39 Uhr
Wo Inflation herrscht – und wo nicht

Rankweil Inflation ist derzeit neben der Pandemie das wohl größte Sorgenkind der Kapitalmärkte. Eines der meistbeachteten Inflationsmaße ist die Teuerung des Consumer Price Index (CPI) in den USA. Dieser für die größte Volkswirtschaft der Welt repräsentative Warenkorb verteuerte sich im November auf Jahressicht um 6,8 Prozent, was dem stärksten Anstieg seit 1982 entspricht. Die Kerninflation, welche die Teuerungsrate exklusive den volatileren Energie- und Lebensmittelpreisen aufzeigt, erreichte mit 4,9 Prozent ebenfalls Rekordniveau.

Da der November 2020 von Lockdowns und Einschränkungen geprägt war, änderte sich das Konsumverhalten der Menschen deutlich. Der weltweite Reiseverkehr kam zum Erliegen, das Homeoffice ersetzte den Weg zur Arbeit mit dem Auto, der Besuch im Restaurant war nicht mehr möglich. Dies beeinflusste gemäß dem Prinzip von Angebot und Nachfrage auch die Preise, was sich heute wiederum in unterschiedlicher Weise auf die Inflation auswirkt. Deshalb lohnt es sich, einen Blick auf die Subkategorien des CPI zu werfen.

Der stärkste Preisanstieg ist bei den Energiepreisen zu verzeichnen. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 33,3 Prozent gestiegen, allein der Benzinpreis stieg um 58 Prozent. Hier zeigt sich sehr deutlich ein Basiseffekt: Benzin war im Vorjahr aufgrund der eingeschränkten Mobilität sehr günstig, die Preissteigerung daher sehr stark ausgeprägt. Ähnlich verhält es sich mit Mietwagenpreisen, bei denen die Inflationsrate 37,2 Prozent beträgt, oder den Hotelpreisen, die um 25,5 Prozent gestiegen sind. Im Lebensmittelbereich erfahren vor allem Fleischprodukte enorme Preissteigerungen (13,1 Prozent). Allen voran Rind- und Kalbsfleisch, das sich um 20,9 Prozent verteuerte. Bei Smartphones verhält es sich mit dem Basiseffekt genau umgekehrt, hier sind die Preise um 16,0 Prozent gefallen. Auch Flugtarife sind um 3,7 Prozent gefallen.

Nachdem die amerikanische Notenbank diese Woche insgesamt drei Zinsschritte für 2022 angedeutet hat und die Anleihenkäufen deutlich reduzieren wird, sollten AnlegerInnen in ihrem Anleihenportfolio kurze gegenüber langen Laufzeiten präferieren.

Arno Pfänder, arno.pfaender@vvb.at, Vermögensverwaltung, Volksbank Vorarlberg e. Gen.