Aufholen, was verloren scheint

Markt / 14.12.2021 • 03:00 Uhr
Aufholen, was verloren scheint
VN/Sams

Tourismus will Stornos auffangen.

Bregenz Die Wintersaison ist in Vorarlberg nun offiziell gestartet. Die Skilifte sind in Betrieb und auch die Hotels dürfen nach dem Lockdown wieder offen halten. Das Bestreben der Verantwortlichen ist es nun, die Saison sicher und möglichst bis zum Ende im April durchziehen zu können.

Sicherheitskoffer

„Wir öffnen nicht blind, sondern mit einem Konzept“, sagt Landesrat Christian Gantner und spricht dabei den Winterkodex an, der bereits im vergangenen Jahr zum Tragen kam und heuer entsprechend weiterentwickelt wurde. Die Eckpfeiler: Die Maßnahmen orientieren sich am Weg des Gastes, heißt vom einchecken ins Hotel bis zum Gastronomiebesuch und der Seilbahn. Dazu zählen eine Infoplattform für Betriebe und Gäste, Schulungen, ein digitales Contact Tracing, Mitarbeitertestungen sowie Impfangebote. Insgesamt, so Gantner, habe man damit einen Werkzeugkoffer für einen sicheren Winter.

Im Tourismus überwiegt die Freude, dass nun geöffnet ist. Mit den Regelungen könne man daher leben, sagt Tourismus-Spartenobmann Markus Kegele (Hotel Mondschein, Stuben). „Alle wissen, was auf dem Spiel steht. Das Bewusstsein ist vorhanden, dass wenn ein Betrieb ausschert, es alle anderen auch trifft.“ Jedenfalls könne es mit 2G beim Essen, Trinken, Schlafen und Skifahren ein guter, sicherer Winter werden. Nachholbedarf gibt es noch bei der Buchungslage über die Feiertage. Denn durch den Lockdown hätten viele ihren Winterurlaub in einem anderen Land gebucht. „Seit Verkündigung des Lockdown-Endes kommen wieder Buchungen rein. Aber ob wir das aufholen können, steht noch in den Sternen“, betont Kegele.

50 Prozent storniert

Allein 50 Prozent an Stornierungen gab es in der Weihnachtswoche, in der traditionell viele Familien anreisen. Die Quarantänepflicht für ungeimpfte Kinder schwebt immer noch wie ein Damoklesschwert über dem Buchungsverhalten, sagt Tourismusdirektor Christian Schützinger. Nach den Weihnachtsfeiertagen schaut es wiederum etwas besser aus, denn da gäbe es mit Paaren oder Freundeskreise eine andere Zielgruppe. „Es gibt Nachbuchungen und die Nachfrage ist klar vorhanden“, so Schützinger.

Nachfrage herrscht auch an den Skiliften. „Wir freuen uns, dass wir wieder im Spiel sind“, sagt Seilbahnsprecher Andreas Gapp (Kleinwalsertaler Bergbahnen). Die Gästezahlen seien ok, es gäbe aber noch Luft nach oben. Besser werde es nun, nachdem wieder Übernachtungsgäste vor Ort seien. Gewöhnen müssen sich Skifahrer allerdings daran, dass es aufgrund der 2G-Kontrollen längere Wartezeiten an den Kassen gebe. Gapp hofft jedenfalls auf eine lange Saison. „Auch wenn wir nicht wissen was kommt oder ob Omikron oder Reisewarnungen zum Spielverderber werden, umso entscheidender ist die Einhaltung aller Regeln.“