Online macht Verluste nicht wett

Für Intersport-Chef Schmitz ist Lockdown-Ende am 13. Dezember deshalb alternativlos.
Wels Bereits im vergangenen Jahr brachte der Ausfall der Wintersaison auch viele Intersport-Händler in Bedrängnis. Vor allem die Standorte in den Wintersportorten mussten teils herbe Umsatzrückgange hinnehmen. So ging das Verleihgeschäft um 95 Prozent zurück.
Für Intersport-Geschäftsführer Thorsten Schmitz ist deshalb auch die aktuelle Lockdown-Situation besonders bitter. „Der Schnee ist da, aber die Geschäfte sind geschlossen“, fasst er zusammen. Damit sei nicht nur die Gesundheit der Kunden – Stichwort Bewegung – sondern auch die wirtschaftliche Gesundheit der Händler in Gefahr.
Shops als Grundlage
Über den Onlineshop oder die Abholmöglichkeit click&collect versuche man zwar einiges zu ermöglichen. „Das ist positiv, aber es ist nicht ausreichend, um die Verluste zu kompensieren. Wäre das der Fall, müssten wir ja die Geschäfte gar nicht mehr aufmachen“, sagt Schmitz. Der Online-Umsatz mache 15 Prozent des Umsatzes aus, der ohne Lockdown gemacht werde. Letztlich lebe das Geschäft von der persönlichen Beratung und dem Service vor Ort.
Die Öffnung am 13. Dezember ist für Schmitz deshalb „alternativlos.“ Schließlich sei es im Handel in der Vergangenheit zu keinen größeren Ansteckungen gekommen. „Ein Lockdown ist ein Politikversagen, und es gibt deutlich bessere Lösungen, etwa die Reglementierung der Zutrittszahlen in den Geschäften.“
Alarmstufe Rot
Der Westen habe durch die Tourismuslastigkeit eine verschärfte Situation. Im vergangenen Jahr habe man zwar keinen Händler verloren, viele hätten aber von der Substanz gelebt. „Bei den Shops in Tourismusgebieten hängen die Einnahmen zu 60 Prozent und mehr vom Weihnachts- und Wintergeschäft sowie von Touristen ab. Hier sprechen wir von Alarmstufe Rot“, sagt Schmitz.
Ein großes Thema für die Händler sei derzeit die Liquidität. Intersport springe hier ein, indem man Zahlungsaufschübe gewähre. Bei den staatlichen Hilfen gebe es indes noch Handlungsbedarf, beispielsweise was den Durchrechnungszeitraum betrifft. Kurzarbeit nähmen indes nur wenige Händler in Anspruch. Denn es sei schwierig, gute Mitarbeiter zu bekommen.
Die Nachfrage nach Sportartikeln bezeichnet man bei Intersport generell als sehr gut. Nicht nur Ski, Schneeschuhe oder Rodel seien beliebt. Vor allem das Skiwandern nehme stetig zu und spreche vermehrt ein jüngeres Publikum an. Der Alpenverein und der Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster gehen mittlerweile österreichweit von rund 700.000 aktiven Skitourengehern aus. In den Intersport-Geschäften habe man darauf reagiert und das Sortiment verdoppelt.
Auch im Verleihgeschäft geht man neue Wege. So haben Gäste nun die Möglichkeit, sich Leihausrüstungen und Skioutfits direkt in die Unterkunft liefern zu lassen.
25 Geschäfte in Vorarlberg
Die Intersport Austria Gruppe umfasst 104 Händler an 280 Standorten, davon 25 in Vorarlberg. 2020 lag der Gesamtumsatz bei 560 Millionen Euro. Eine Prognose für das heurige Jahr will Thorsten Schmitz aber nicht geben. Das sei aufgrund der aktuellen Situation schlichtweg nicht kalkulierbar. VN-reh
„Im Westen, wo der Tourismus die Umsätze dominiert, sprechen wir von Alarmstufe Rot.“