Wie die Tourismusmitarbeiter eine Stimme bekommen

Markt / 03.12.2021 • 20:00 Uhr
Wie die Tourismusmitarbeiter eine Stimme bekommen
Es ist angerichtet. Gastronomie- und Hotelleriemitarbeiter können sich jetzt direkt an die Entscheidungsträger wenden. VN/Sams

Appell der Lecher Tourismusmuswirtschaft geht in nächste Runde.

Lech “Für viele Regionen, Zulieferer, Handwerker, örtlichen Handel, sowie Skiverleih sind wir allerdings systemrelevant, ohne den Tourismus ist der Alpenbogen entvölkert”, schreiben die Lecher Hoteliers in ihrem Brief an Landes- und Bundesregierung und machen damit auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge aufmerksam, die in den Talschaften erst ein Leben ohne Armut ermöglicht haben. “Wir kaufen uns ja mit unseren Einnahmen keine Jacht im Mittelmeer, sondern wir investieren in unsere Betriebe, auch in der Coronazeit”, sagt dazu Benjamin Schneider, Gastgeber im Hotel Arlberg in Lech, und einer der Initiatoren des Briefes, der österreichweit für Aufsehen gesorgt hat. In der Tat sind in den alpinen Talschaften Arbeitsplätze und Unternehmen gefährdet, während am flachen Land die Wirtschaft breiter aufgestellt ist.

Mitmachkampagne

Betroffen sind davon österreichweit auch 350.000 Mitarbeiter, für die in Folge des dramatischen Briefes und mit der Unterstützung von Tourismusgemeinden sowie Unternehmen jetzt aus ganz Österreich und nicht nur aus der Hotellerie eine Plattform eingerichtet wurde. Am Freitagmittag ging die Website unser-beitrag.at online. Dort können sich die Mitarbeiter mit einem Appell an die Regierungen in den Bundesländern und im Bund wenden, also an die Entscheidungsträger, informiert Schneider im Gespräch mit den VN über die Fortsetzung der Aktivitiäten, damit am 13. Dezember gerade noch rechtzeitig zur Hauptsaison die Hotels und die Gastronomie geöffnet werden können. Unterstützt wird diese “Mitmachkampagne” auch von der Österreichischen Hoteliervereinigung, so Schneider.

Benjamin Schneider, Hotel Arlberg: "Schließung unfair". <span class="copyright">Fa</span>
Benjamin Schneider, Hotel Arlberg: "Schließung unfair". Fa

Eine Lockdownverlängerung sei für viele Betriebe wirtschaftlich ein Desaster und auch unverständlich, es gebe wissenschaftlich fundierte Untersuchungen, dass in der Hotellerie und Gastronomie dank sehr guter Maßnahmen bislang nur zwischen 1,5 bis zwei Prozent der Ansteckungen passierten. Für die gesamte Tourismuswirtschaft bestünde außerdem die Gefahr, dass Gäste dauerhaft in Nachbarländer wie die Schweiz oder Norditalien abwandern, wo aufgesperrt werden könne, so Schneider.

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