Den Hotelmitarbeitern eine Stimme geben

Appell der Lecher Tourismuswirtschaft geht in die nächste Runde.
Lech „Für viele Regionen, Zulieferer, Handwerker, örtlichen Handel sowie Skiverleih sind wir allerdings systemrelevant, ohne den Tourismus ist der Alpenbogen entvölkert“, schreiben die Lecher Hoteliers in ihrem Brief an Landes- und Bundesregierung und machen damit aufmerksam auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die in den Talschaften erst ein Leben ohne Armut ermöglicht haben. „Wir kaufen uns ja mit unseren Einnahmen keine Jacht im Mittelmeer, sondern wir investieren in unsere Betriebe, auch in der Coronazeit“, sagt dazu Benjamin Schneider, Gastgeber im Hotel Arlberg in Lech und einer der Initiatoren des Briefes, der österreichweit für Aufsehen gesorgt hat. In der Tat sind in den alpinen Talschaften Arbeitsplätze und Unternehmen gefährdet, während auf dem flachen Land die Wirtschaft breiter aufgestellt ist.
Mitmachkampagne
Betroffen sind davon österreichweit auch 350.000 Mitarbeiter, für die auch in weiterer Folge des dramatischen Brandbriefes und mit der Unterstützung von Tourismusgemeinden sowie Unternehmen jetzt aus ganz Österreich und nicht nur aus der Hotellerie eine Plattform eingerichtet wurde. Am Freitagmittag ging die Website unser-beitrag.at online. Dort können sich die Mitarbeiter mit einem Appell an die Regierungen in den Bundesländern und im Bund wenden, also an die Entscheidungsträger, informiert Schneider im Gespräch mit den VN über die Fortsetzung der Aktivitäten, damit am 13. Dezember gerade noch rechtzeitig zur Hauptsaison die Hotels und die Gastronomie geöffnet werden können. Unterstützt wird diese „Mitmachkampagne“ auch von der Österreichischen Hoteliervereinigung, so Schneider.
Eine Lockdown-Verlängerung sei für viele Betriebe wirtschaftlich ein Desaster und auch unverständlich, es gebe wissenschaftlich fundierte Untersuchungen, dass in der Hotellerie und Gastronomie dank sehr guten Maßnahmen bislang nur zwischen 1,5 und 2 Prozent der Ansteckungen passierten. Für die gesamte Tourismuswirtschaft bestehe außerdem die Gefahr, dass Gäste dauerhaft in Nachbarländer wie die Schweiz oder Norditalien abwandern, wo aufgesperrt werden könne, so Schneider. VN-sca
