Millionen für VKW-Kleinaktionäre

Markt / 09.11.2021 • 22:08 Uhr
Auf der VKW-Hauptversammlung im Juni 2017 nahm der Konflikt mit den Kleinaktionären seinen Ausgang. Jetzt wird es für illwerke vkw teuer.VN/Hartinger
Auf der VKW-Hauptversammlung im Juni 2017 nahm der Konflikt mit den Kleinaktionären seinen Ausgang. Jetzt wird es für illwerke vkw teuer.VN/Hartinger

Konflikt um die Ablöse von VKW-Aktien beendet.

Bregenz, Feldkirch Beim Streit zwischen den früheren VKW-Kleinaktionären und der Illwerke VKW um eine höhere Barabfindung für die Aktien liegt jetzt der Beschluss des Landesgerichtes Feldkirch vor. Demnach muss Illwerke VKW den ehemaligen Kleinaktionären pro Aktie 162,64 Euro und damit 66,04 Euro mehr als ursprünglich zugestanden bezahlen. Illwerke VKW hat diesem Preis bereits im Frühjahr 2021 zugestimmt (die VN berichteten).

Anwaltskosten und Verzugszinsen

Bereits in diesen Tagen wurde der Differenzbetrag für die höhere Barabfindung an Kleinaktionäre überwiesen. Allein die höhere Barabfindung je Aktie kostet Illwerke VKW rund 10,47 Millionen Euro mehr als ursprünglich bezahlt. Denn die Aufzahlung gilt für beinahe 158.600 Stückaktien, die sich im Streubesitz befanden. Allerdings sind diese Millionen nur der reine Mehraufwand für die höhere Bar­abfindung. Der Rechtsstreit und das Außerstreitverfahren samt Gutachten und Beratern haben einen millionenschweren Rattenschwanz für Illwerke VKW nach sich gezogen.

Demnach muss Illwerke VKW auch die Anwaltskosten für jene rund 50 ehemaligen VKW-Kleinaktionäre übernehmen, die den Antrag auf eine höhere Barabfindung eingebracht haben. In Summe belaufen sich diese Kosten auf rund 120.000 Euro. Zudem hat das Gericht festgestellt, dass die seit Ende Juni 2017 offene höhere Barabfindung bis Ende November 2017 mit 1,38 Prozent und danach bis zum Zahlungstag mit vier Prozent Verzugszinsen zu verzinsen ist. Dies macht 1,75 Mill. Euro an Zinsen aus. 

Damit nicht genug. Denn Illwerke VKW muss auch die eigenen Anwalts- und Beraterkosten stemmen, sofern keine Deckung durch eine Rechtschutzversicherung besteht. Rechtlich vertreten wurde der Energieversorger von der Wiener Rechtsanwaltskanzlei Herbst Kinsky Rechtsanwälte GmbH. Dazu dürften diverse Kosten für Gutachten, Sachverständige und das Gericht kommen. In Summe dürfte sich der Aufwand für diese Mehrkosten auf mehr als zwei Millionen Euro belaufen. Bei Illwerke VKW werden die Kosten für Zinsen und fremde Anwaltskosten bestätigt. Das Unternehmen verweist darauf, dass die entsprechenden Beträge in den vergangenen Jahren rückgestellt worden seien.