Vom Start-up zum Weltmarktführer

Markt / 08.11.2021 • 22:11 Uhr
In Lustenau produzierte Leica-Geosystems-Vorgänger Wild Heerbrugg über Jahrzehnte optische Geräte und das berühmte Wild-Reißzeug (Bild). FA
In Lustenau produzierte Leica-Geosystems-Vorgänger Wild Heerbrugg über Jahrzehnte optische Geräte und das berühmte Wild-Reißzeug (Bild). FA

Ohne Heinrich Wild hätte sich das Rheintal anders entwickelt.

Heerbrugg, Lustenau, Dornbirn Am Wochenende wurde in Heerbrugg gefeiert. Mit einigen Monaten Verspätung zwar, weil Corona den Jubilaren einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, aber nicht weniger feierlich. Am 26. April 1921 gründeten Heinrich Wild, der Unternehmer Jacob Schmidheiny und der Geologe Robert Helbling das, was man heute ein Start-up nennt. Der Name der Firma: Heinrich Wild, Werkstätte für Feinmechanik und Optik. Unter der Marke Wild Heerbrugg wurden die optischen Geräte und Vermessungsinstrumente weltbekannt. Genie Wild und seine ebenso innovativen Nachfolger krempelten mit ihren Erfindungen den Markt um. Heute, und das nicht ohne Turbulenzen, gehört der damalige Kleinbetrieb als weltweit führendes Vermessungstechnik-Unternehmen Leica Geosystems AG zum schwedischen Technologiekonzern Hexagon.

Leica Geosystems beschäftigt heute weltweit 6000 Mitarbeitende. In der Schweiz sind es 1600 Mitarbeitende. Über 1400 dieser Beschäftigten arbeiten im Rheintal, ein Drittel davon, so eine zuverlässige Quelle, sind Vorarlberger Grenzgänger. Der Umsatz des Unternehmens beträgt aktuell 1,5 Milliarden Euro.

Fast von Anfang an war Wild Heerbrugg in Vorarlberg aktiv. Schon 1921 kaufte Heinrich Wild in Lustenau im Widum eine Produktionsstätte, später wurde in die Bumenaustraße umgesiedelt. Produziert wurden ab 1920 optische Geräte mit Spitzenkräften aus Österreich und Deutschland und später das berühmte Wild-Reißzeug. Unterbrochen wurde die Präsenz von den Nazis, die den Betrieb 1939 beschlagnahmten. Nach dem Krieg wurde die Produktion wieder aufgenommen, 1972 eingestellt. Im Jahr 2016 kehrte die Firma unter dem Namen Hexagon Geosystems Services zurück. In Rhombergs Fabrik in Dornbirn arbeiten 28 IT-Spezialisten für das Hightech-Unternehmen. VN-sca

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