Schwarzes und gelbes Gold

Markt / 05.11.2021 • 18:43 Uhr
Schwarzes und gelbes Gold

Bregenz Die starke Erholung der Weltwirtschaft sorgte ab dem zweiten Quartal 2020 wieder für steigende Rohstoffpreise. Auch 2022 dürfte die Weltwirtschaft unseres Erachtens kräftig zulegen. Allerdings könnte ein steigendes Angebot bei vielen Rohstoffen dafür sorgen, dass die starke Hausse der Rohstoffe im kommenden Jahr ausläuft.

Ölpreise auf Dreijahreshoch

Die Ausbreitung des Corona-Virus führte 2020 zu einem starken Einbruch der Ölnachfrage. Brent stürzte deshalb im April 2020 bis auf 16 US-Dollar je Fass ab. Die OPEC+-Staaten reagierten mit massiven Förderkürzungen. Mit der Erholung der Weltwirtschaft zog die Ölnachfrage ab Mitte 2020 wieder deutlich an, was mit dem weiterhin gedrosselten Angebot zu einem starken Anstieg der Ölpreise bis auf ein Dreijahreshoch im Oktober 2021 geführt hat. Jedoch könnten weitere Fördererhöhungen und eine steigende US-Produktion dazu führen, dass die Ölpreisrally langsam ausläuft.

Gold verliert an Glanz

Corona-Sorgen und hohe Käufe von „Exchange Traded Commodities“ (ETCs) ließen den Goldpreis im August 2020 auf einen neuen Höchststand von 2075 US-Dollar pro Feinunze klettern. Im Jahresverlauf 2021 sorgten ein fester US-Dollar und die Furcht vor Zinserhöhungen für nachlassende Preise. Ganz abschreiben sollte man das Edelmetall allerdings noch nicht, denn im ersten Halbjahr 2021 legte die Nachfrage nach Münzen und Barren um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und die Notenbanken steigerten ihre Goldkäufe sogar um 63 Prozent.

karl-heinz.strube@hypovbg.at,
Karl-Heinz Strube, CEFA, CIIA, Leiter Asset Management bei der Hypo Vorarlberg Bank AG