Schlammschlacht um Lochauer Seehotel

Schwere Vorwürfe der insolventen Betreiberfirma gegen Verpächter. „Feindlicher und schmutziger Plan.“
Lochau, Graz, hamburg „Weder der Insolvenzantrag, noch die Übernahme der Gesellschaft sind gerechtfertigt“, meldet sich die RIMC-Gruppe, die das Seehotel am Kaiserstrand seit Eröffnung betreibt, nun zu wort. Wie die VN berichteten wurde am Dienstag am Landesgericht für Zivilsachen in Graz das Insolvenzverfahren gegen dieses bzw. mit der in Hamburg ansässigen RIMC-Gruppe eröffnet. Man werde mit allen Mitteln gegen das aus Sicht von RIMC ungerechtfertige Verfahren kämpfen, heißt es in der Stellungnahme des CFO der Gruppe, Audun Lekve.
„Feindliche Übernahme“
Lekve will das Feld nicht kampflos räumen. „Diese Insolvenz hat nichts mit der RIMC Hotels & Resorts Gruppe zu tun. Sie ist das Ergebnis der zu Beginn dieser Woche erfolgten, feindlichen und unrechtmäßigen Übernahme unserer Tochtergesellschaft. Diese wurde, wie die Geschäftsführung der RIMC Hotels & Resorts Gruppe zu Beginn der vergangenen Woche erfahren musste, durch einen juristischen Trick vom Verpächter unrechtmäßig und unbegründet übernommen. Ziel der Verpächterin und Eigentümerin des Seehotels am Kaiserstrand, einer mittelbaren Tochtergesellschaft des von der IMMAC Holding AG bzw. der Profunda Vermögen GmbH mit Sitz in Hamburg aufgelegten Immobilieninvestmentfonds „DFV Seehotel Am Kaiserstrand Immobilienfonds GmbH & Co. KG“ sei es, „wie es sich für uns darstellt“, so Lekve, den Verkauf der Hotelliegenschaft zu ermöglichen. Um die Sache noch komplizierter zu machen: Als Eigentümer der Hotelimmobilie firmiert in Österreich die AFV1 Liegenschaftsbesitz GmbH & Co KG mit Sitz in Graz.
Das Hotel hatte von Anfang an mit Problemen zu kämpfen (siehe Bericht unten). Trotz der Lage – es ist das einzige Hotel in Vorarlberg, das direkt am Bodensee liegt – konnte scheinbar, so sieht es zumindest der Eigentümer, nicht reüssiert werden. Stimmt nicht, sagt der Betreiber des Hotels: „Bis zur feindlichen Übernahme verfügte die RIMC Seehotel am Kaiserstrand über ausreichendes Vermögen zur Führung des Hotelbetriebs, wie die gesamte Einrichtung des Hotels, und standen ihr auch ausreichende liquide Mittel zur Verfügung, um jederzeit allen offenen und fälligen Verpflichtungen zeitgerecht und vollständig nachkommen zu können.“
Insolvenzantrag
Die Eigentümer des Hotels haben von ihrem vertraglich festgehaltenem Recht Gebrauch gemacht, die Hotelbetreibergesellschaft an einen Dritten zu übertragen, versichert der Eigentümer-Sprecher Dieter Bitschnau. Eigentlich sei es die Absicht gewesen die Hotelbetreibergesellschaft zu sanieren und fortzuführen. „Aber nach Berücksichtigung der historischen Entwicklung und der uns vorliegenden wirtschaftlichen Daten waren wir gesetzlich dazu verpflichtet, umgehend einen Insolvenzantrag zu stellen“, so Bitschnau.

VN-Thementeam
Texte Susanne Bickel, Geraldine Reiner, Hanna Reiner, Andreas Scalet
Fotos Philipp Steurer und
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