Gewerkschaft macht mit Warnstreiks Druck

Markt / 03.11.2021 • 19:27 Uhr
Gewerkschafter Marcel Gilly: „Nervosität ist sehr hoch.“MF
Gewerkschafter Marcel Gilly: „Nervosität ist sehr hoch.“MF

KV-Verhandlungen: Gewerkschaften im Warnstreik.

Wien, Bregenz, Feldkirch 14 Stunden dauerte die Marathonsitzung um den aktuellen Kollektivertrag der Metaller – begonnen wurde am Dienstag um 11 Uhr, bis die Wunden bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern geleckt waren, also die Ereignisse nachbearbeitet waren, war es 2 Uhr am Freitag, wie Marcel Gilly, stv. Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA, im Gespräch mit den VN berichtet. Dabei wurden auch Kampfmaßnahmen der Gewerkschafter vorbereitet. In Vorarlberg wird es am Donnerstag Warnstreiks geben, informiert Gilly.

Wo gestreikt wird, bleibt noch geheim. Man setze auf den Überraschungseffekt, sagt der Gewerkschafter, und wolle nicht, dass sich die Arbeitgeber auf die Streiks wie auch immer vorbereiten können. „Es werden ganz unterschiedliche Betriebe sein, die wir bestreiken.“ Derweil laufen bei den Gewerkschaften Pro GE und GPA die Telefone heiß. „Die Nervosität ist bei allen sehr hoch“, so Gilly.

„Wir lassen uns angesichts der brummenden Wirtschaft nicht einfach so abspeisen. Für die Beschäftigten braucht es heuer eine ordentliche Lohn- und Gehaltserhöhung“, schlägt PRO-GE-Landesvorsitzender Wolfgang Fritz, der mit am Verhandlungstisch in Wien saß, auch beim Besuch im Vorarlberg-live-Studio eine härtere Tonart an.

Je nach Sicht der Dinge sind die Verhandlungen über einen Kollektivvertrag für die Beschäftigten in der metalltechnischen Industrie in der Nacht aufgrund des mangelnden Entgegenkommens der jeweils anderen Seite gescheitert. „Wir bedauern das Scheitern der Verhandlungen, haben aber kein faires Angebot vonseiten der Arbeitgeber erhalten (+2,75 Prozent Lohn- und Gehalt, minimale Erhöhung der Schichtzulagen und Lehrlingseinkommen). Wir erachten dies als respektlos gegenüber den Beschäftigten!“

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie und Sprecher der Arbeitgeber: „Wir haben einen fairen Vorschlag vorgelegt und sind bereit, die Löhne und Gehälter sowie Zulagen in unserer Branche in jedem Fall klar über der Inflation der letzten zwölf Monate zu erhöhen.“ VN-sca

Gehörte zu den ersten bestreikten Betrieben: Der Collini-Standort in Bürmoos (Salzburg), heute geht es in Vorarlberg los. APA
Gehörte zu den ersten bestreikten Betrieben: Der Collini-Standort in Bürmoos (Salzburg), heute geht es in Vorarlberg los. APA