Unter Vorkrisen-Niveau – wo jetzt Arbeitskräfte gesucht werden

Arbeitsmarkt: Fast 5000 offene Stellen in Vorarlberg.
Bregenz Zuletzt war die Anzahl der Arbeitslosen in Vorarlberg im Oktober 2012 geringer. Was einerseits Grund zur Freude ist, sorgt aber auch für Sorgenfalten in den Personalabteilungen vieler Betriebe und auch bei AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter. Denn der hohe betriebliche Personalbedarf führt schon jetzt zu Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen und das in praktisch allen Branchen. Besonders dringend ist es in der Tourismuswirtschaft, die heuer auf eine “normale” Wintersaison hofft. Immerhin: Bei den vorgemerkten Arbeitslosen mit einem Berufswunsch im Fremdenverkehr können 61 Prozent eine Einstellungszusage für die kommenden Wochen vorweisen.
Weniger als 10.000 Arbeitslose
Ende Oktober 2021 waren 9751 Personen beim AMS Vorarlberg arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Rückgang von 3511 Personen oder 26,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vorkrisenjahr 2019 lag die Zahl an arbeitslos vorgemerkten Personen Ende Oktober bei 10.156. Die Zahl der Arbeitssuchenden im Land, die sich in Schulungen befinden, hat sich auf 2344 Personen (+194) gegenüber dem Vorjahr erhöht.
Mit 4903 offenen Stellen erhöhte sich das Stellenangebot im Vergleich zum Vorjahr um 2.016 oder 69,8 Prozent. Auch bei den Ausbildungen sind die Arbeitsmarktzahlen gut – zumindest für die 250 Jugendlichen, die aktuell unter 587 sofort verfügbaren offenen Lehrstellen wählen können. Im Vergleich zu 2020 hat sich die Zahl der vorgemerkten Lehrstellensuchenden um 187 Personen oder 47,7 Prozent reduziert. Die Anzahl der Lehrstellensuchenden lag somit um 60 Personen oder 22,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019.
Dem Arbeitskräftemangel wolle man, so Bereuter, beikommen, indem man die Arbeitsuchenden im Land “mit Ausbildungs- und Qualifizierungsmodellen gemeinsam mit den Unternehmen auf die Anforderungen der Wirtschaft vorbereitet, um die Arbeitslosigkeit weiter abzubauen und die Unternehmen bei der Besetzung der vakanten Stellen unterstützt”.
Rückgang in ganz Österreich
Mit einer Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent liegt Vorarlberg unter dem Bundesschnitt von 6,5 Prozent. Deutlich darunter liegt Oberösterreich mit einer Quote von 3,9 Prozent, auch Salzburg (4,1 Prozent), Tirol (5,0 Prozent) sowie die Steiermark (5,1 Prozent) schneiden besser ab. Österreichweit sank die Zahl an vorgemerkten Arbeitslosen auf 269.514, was einem Rückgang von 88.882 Personen oder 24,8 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht.