Gemischtes Bild bei „Big Techs“
Bregenz In den USA ist die Berichtssaison für das dritte Quartal voll am Laufen. Anleger interessiert vor allem, ob die gestörten Lieferketten Spuren in den Bilanzen hinterlassen und wie die Prognosen für die kommenden Monate ausfallen werden.
Die Berichtssaison läuft bisher sehr gut und drängt derzeit die Inflations- und die aufkeimenden Konjunktursorgen etwas in den Hintergrund.
Bisher konnten 80 Prozent der Unternehmen des US-Index S&P 500 die Gewinnerwartungen schlagen und dies trotz Lieferengpässen, steigender Input-Kosten und Fachkräftemangels.
Speziell im Silicon Valley, dem Zentrum der US-amerikanischen Technologiebranche, brummt das Geschäft. Die führenden Technologiefirmen sind trotz zunehmender Kritik weiterhin Gelddruckmaschinen.
So erzielte Microsoft im 3. Quartal 2021 um 22 Prozent mehr Umsatz als im Vergleichsquartal 2020. Der Gewinn konnte um 49 Prozent gesteigert werden. Microsoft konnte speziell vom Boom bei den Cloud-Diensten profitieren. Alphabet wiederum legte mit seinem Suchdienst Google und der Videoplattform YouTube beim Umsatz um 41 Prozent zu und der Gewinn stieg um 68 Prozent gegenüber 2020. Den meisten Umsatz erlöste Alphabet mit Anzeigen über die Suchmaschine Google. Google dominiert den globalen Markt mit einem Anteil von 89 Prozent.
Beide Unternehmen konnten mit ihren Zahlen die Analystenerwartungen übertreffen.
Die beiden Technologiegiganten Amazon und Apple verfehlen hingegen trotz guter Zahlen die Analystenerwartungen. Beide leiden unter Engpässen in den Lieferketten und Amazon belasteten zudem die deutlich gestiegenen Frachtkosten.
Die teils verhaltenen Ausblicke der Unternehmen sind überwiegend den Lieferproblemen und nicht einer mangelnden Nachfrage geschuldet. Dies schürt Zuversicht, dass die bisherige wirtschaftliche Dynamik nur eine kurze Delle bekommt, und so sollten die Aktienmärkte weiter gut unterstützt bleiben.
juergen.rupp@raiba.at
Jürgen Rupp, CFP,
Finanz-/Kapitalmärkte,
Raiffeisenlandesbank Vorarlberg
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