Hauskauf in Vorarlberg wird immer noch teurer

Geringes Angebot und hohe Nachfrage führen heuer zu Preissteigerung von 16,9 Prozent.
Schwarzach Es gibt wenig gebrauchte Einfamilienhäuser am Markt, die zum Verkauf stehen, die Nachfrage ist aber ungebrochen hoch und das führt zu immer höheren Preisen. So lautet die Kurzfassung, wenn man einen Blick auf den Vorarlberger Häusermarkt wirft.
Im ersten Halbjahr 2021 wechselten laut Remax-Immobilienspiegel, der auf den Grundbuchdaten beruht, 175 Einfamilienhäuser den Besitzer. Zum Vergleich: im Vorjahr waren es 181 Objekte. Im Rekordjahr 2015 noch 253 im Halbjahr.

107 Millionen an Wert
Der Gesamtverkaufswert stieg im ersten Halbjahr 2021 dennoch um 12 Millionen auf 107 Millionen Euro. „Typischerweise“ wird in Vorarlberg derzeit 581.098 Euro für ein Haus bezahlt. Typischerweise deshalb, weil im Remax-Immospiegel die billigsten und die teuersten Einfamilienhäuser statistisch weniger stark in die Berechnung einbezogen wurden, die in der Mitte der Preisrange jedoch stärker.
Während die Preissteigerung im Halbjahr 2020 noch +38.276 Euro betrug, waren es heuer bereits +84.219 Euro. Heißt, jene Verkäufer, die ein Jahr gewartet haben, haben über 80.000 Euro mehr am Konto. Eklatanter ist der Unterschied, wenn man fünf Jahre zurückgeht. Damals lag der typische Preis noch bei 327.473 Euro und damit um eine Viertelmillion Euro unter dem heutigen Preis.

Bregenz am teuersten
In den Bezirken zeigt sich ein differenziertes Bild. Während in Feldkirch und Bregenz im ersten Halbjahr 2021 insgesamt mehr Häuser verkauft wurden, ging die Zahl in Dornbirn deutlich zurück. Konkret von 54 auf 38 Einheiten. Bei den Preisen liegt der Bezirk Bludenz aktuell bei einem typischen Preis von 468.938 Euro (+31,6 %) für ein Einfamilienhaus, Feldkirch bei 543.094 Euro (+17,0 %), Dornbirn bei 644.238 Euro (+7,4%) und Bregenz sogar bei 673.082 Euro (+18,2 %). Ein Käufer aus dem Bezirk Bludenz gibt also 200.000 Euro weniger für ein gebrauchtes Eigenheim aus als jemand im Bezirk Bregenz.

Österreichweit ähnliches Bild
Österreichweit wurden im ersten Halbjahr 2021 4763 Einfamilienhäuser verbüchert. Das ist ein Rückgang von 5,1 Prozent. Dafür erhöhten sich die Preise um 13,5 Prozent auf im Schnitt 307.085 Euro.
Die Gründe sind überall gleich gelagert. Viel Nachfrage trifft auf geringes Angebot. Denn beliebt sei das Einfamilienhaus nach wie vor, sagt Remax-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer. Die Coronapandemie habe diese Nachfrage sogar noch einmal verstärkt. Gleichzeitig sei aber das Angebot weiter deutlich zurückgegangen.
Worin die Gründe liegen? Einerseits, weil immer mehr Menschen in Betongold investieren möchten und andererseits die Eigentümer aus demselben Grund die Verkaufstermine hinauszögern. „Diese Kombination und das historisch niedrige Zinsniveau haben in weiten Teilen des Landes zu spürbaren Preissteigerungen geführt“, erklärt Reikersdorfer und erwartet zumindest für das kommende Jahr eine leichte Entspannung. Zudem sei der Hausbau aufgrund steigender Grundstücks- und Errichtungskosten für viele in weite Ferne gerückt. „Auch das erhöht den Nachfragedruck bei den Gebrauchtimmobilien.“
Burgenland am günstigsten
Wer ein wirklich „günstiges“ Einfamilienhaus kaufen möchte, müsste eigentlich ins Burgenland ziehen. Dort sind die Preise die günstigsten im Bundesvergleich und liegen bei 168.453 Euro. Ein Viertel der Einfamilienhäuser im Burgenland kostete im Halbjahr sogar weniger als 95.000 Euro. An der Preisspitze wiederum liegt der Bezirk Kitzbühel: Dort kostet das typische Einfamilienhaus stolze 2,1 Millionen Euro.