So planen Gewerbe und Handwerk für die nächste Zukunft

Markt / 20.10.2021 • 08:00 Uhr
So planen Gewerbe und Handwerk für die nächste Zukunft
„Die richtigen – und vor allem genügend – Fachkräfte zu bekommen, bleibt zentrales Zukunftsthema.“ VN/Steurer

Gute Stimmung in den Vorarlberger Gewerbe- und Handwerksbetrieben für das vierte Quartal.

Feldkirch Vorarlbergs Handwerk und Gewerbe startet optimistisch ins vierte Quartal. Besonders am Bau und im baunahen Bereich brummt der Laden, wie jeder, der kurzfristig einen Handwerker in diesem Bereich sucht, aus eigener Erfahrung weiß. Immerhin ein Drittel der Vorarlberger Betriebe verzeichnet Auftragssteigerungen um durchschnittlich 16,8 Prozent, wie die Konjunkturbeobachtung der KMU-Forschung Austria für unser Bundesland meldet. Österreichweit sind es Hafner, Platten-  und Fliesenleger (+31 Prozent), Sanitär-, Heizungs- u. Lüftungstechniker (+28,8 Prozent) sowie Dachdecker, Glaser und Spengler (+26,7 Prozent), die besonders zufrieden sind mit der Auftragslage.

Mitarbeiter gesucht

Allerdings: Damit wächst auch die Nachfrage nach Mitarbeitern. Wie Industrie, Tourismus und Verkehr leiden auch Handwerks- und Gewerbebetriebe unter Personalmangel. Die richtigen – und vor allem genügend – Mitarbeiter zu bekommen, bleibe ein zentrales Zukunftsthema im Gewerbe und Handwerk, stellt Spartenobmann Bernhard Feigl fest. So sich die Lage am Arbeitsmarkt entspannt, planen die Firmen bis Jahresende eine Erhöhung des Beschäftigtenstandes um 5,9 Prozent. 20 Prozent der Betriebe beabsichtigen sogar, ihren Beschäftigtenstand um durchschnittlich 5,6 Personen zu erhöhen. Und 77 Prozent der Betriebe wollen ihrenPersonalstand konstant zu halten.

<p class="caption">Bernhard Feigl ist Sprecher des Vorarlberger Handwerks. </p>

Bernhard Feigl ist Sprecher des Vorarlberger Handwerks. 

Ohne Mitarbeiterengpass und die branchenübergreifenden Themen wie Materialentpässe und die damit einhergehenden Preissteigerungen wäre Feigl mit der aktuellen Lage  grundsätzlich zufrieden: „Die Richtung im Gewerbe und Handwerk stimmt, aber beim Tempo gibt es immer Luft nach oben.“ Nicht bei allen, aber einigen Berufsgruppen.

Die Wirtschaftskammersparte Gewerbe und Handwerk umfasst nämlich die verschiedensten Gewerbe. Was bei den Baugewerken gilt, gilt längst nicht für alle Innungen und Branchen, wenn man die Österreichzahlen im Detail betrachtet. Einen weiterhin relativ hohen Anteil von Betrieben mit Umsatzrückgängen ortet die KMU-Forschung Austria bei Friseuren (50 Prozent) und Kunsthandwerken (38 Prozent). Zahlen, die in Vorarlberge nicht extra ausgewiesen werden, aber durchaus in ähnlichem Ausmaß betroffen seien.

Konjunktur 3. Quartal

34 Prozent der Betriebe im Gewerbe und Handwerk beurteilen die Geschäftslage mit gut (Vorjahr: 26 Prozent).

 

13 Prozent der Betriebe erwarten Steigerungen der Aufträge bzw. Umsätze gegenüber dem 4. Quartal 2020.

 

20 Prozent der Betriebe beabsichtigen, den Beschäftigtenstand um durchschnittlich 5,6 Personen zu erhöhen.