Bettwaren-Nachfrage beflügelt Hefel Textil

Textilfirma 2020 mit Rekordumsatz. 2021 weiteres Wachstum.
Schwarzach Der Bettwarenhersteller Hefel Textil GmbH hat im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 16,1 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Plus von sieben Prozent gegenüber 2019 und das knapp höchste Geschäftsvolumen seit Bestehen des Unternehmens, erklärt die geschäftsführende Gesellschafterin Ulrike Hefel.
Allerdings sei das Geschäftsjahr 2020 sehr turbulent verlaufen. Nach einem Umsatzplus von rund 20 Prozent in den ersten drei Monaten habe es im zweiten Quartal während des ersten Lockdowns mit mehr als minus 40 Prozent einen nahezu historischen Umsatzeinbruch gegeben. „Das zweite Halbjahr hat uns dann jedoch wieder ein Umsatzplus beschert, wie wir es noch nie erlebt haben“, so Hefel. Unter dem Strich sei sich deshalb ein deutliches Wachstum ausgegangen. Auch die Ertragssituation sei zufriedenstellend positiv ausgefallen. Das bestätigt ein Blick in den Jahresabschluss 2020. Dieser zeigt auch eine Eigenmittelquote von 53,5 Prozent.
Umsatzplus auch 2021
Die starke Nachfrage scheint jedoch auch heuer ungebrochen. Nach den ersten drei Quartalen 2021 liege man beim Umsatz bei einem Plus von knapp 15 Prozent, so Ulrike Hefel. „Wir gehen jedenfalls davon aus, dass wir das Gesamtjahr 2021 mit einem knapp zweistelligen Umsatzzuwachs abschließen können.“ Das Interesse der Kunden aus mehr als 50 Ländern (Exportanteil 54 Prozent) sei „auf breiter Front“ gegeben. Die Kapazitäten an den Produktionsstandorten in Schwarzach und Kefermarkt (OÖ) seien zu 100 Prozent ausgelastet. Es gebe eigentlich keinen Produktbereich, bei dem man kein Plus verzeichne. Gerade die Produkte mit dem Schwerpunkt „Bio“ und „Nachhaltigkeit“ sowie „Gesundheit“ würden besonders stark anziehen.
Die Nachfrage habe jedoch auch dazu geführt, dass es Hefel Textil derzeit nicht mehr möglich sei, den Bestand im Fertigwarenlager aufzustocken. „Es wird deutlich mehr nachgefragt, als wir produzieren können“, sagt Hefel. Deshalb hätten sich die Lieferzeiten für die Kunden entsprechend verlängert. Eine Preissteigerung auf der Einkaufsseite, etwa bei den Füllungen, erwarte man erst ab 2022.
Mehr Personal und Maschinen
Um dieser Entwicklung besser begegnen zu können, rüstet Hefel Textil den Maschinenpark auf. So wurde schon im Vorjahr eine neue Daunenfüllanlage in Schwarzach in Betrieb genommen, gleich wie zwei überbreite Webautomaten. Nächstes Jahr soll in Kefermarkt ein neuer Steppautomat seine Arbeit aufnehmen. Dadurch könne man die Produktionskapazitäten dort um 30 Prozent steigern. Das gesamte Investitionsvolumen beziffert Hefel mit rund 450.000 Euro. Außerdem sei man aktuell auf der Suche nach zumindest zehn zusätzlichen Beschäftigten. Aktuell arbeiten an den beiden Standorten rund 140 Mitarbeiter.
Zukunftsprojekt
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Schwarzach vertreibt seine Produkte bislang fast zur Gänze über den Fachhandel sowie über Objektausstatter. Allerdings kommt das Familienunternehmen auch nicht an hybriden Vertriebsmodellen vorbei. So gibt es seit dem Vorjahr einen eigenen Online-Shop für Schweizer Kunden, heuer startete ein Online-Shop für private Käufer in China. Nächstes Jahr sollen Online-Shops für Frankreich und Benelux folgen.