Rhomberg wächst mit Bau und Bahn

Markt / 08.09.2021 • 22:12 Uhr
Bauarbeiten für die Schnellfahrstrecke zwischen Wendlingen und Ulm. rhomberg
Bauarbeiten für die Schnellfahrstrecke zwischen Wendlingen und Ulm. rhomberg

Umsatz von 811 Millionen Euro bedeutet neues Rekordergebnis.

Bregenz Die Rhomberg Gruppe mit ihren Sparten Bau, Ressourcen und Bahn blickt auf das beste Geschäftsjahr seit Bestehen zurück. 2020/21 (Bilanzstichtag 31.3.2021) wurde ein Umsatz von 811 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Wachstum von 3,7 Prozent.

Durch Corona sei es letztlich sehr ungewiss gewesen, inwieweit sich die Pandemie in den Zahlen niederschlagen würde, so die Geschäftsführer Hubert Rhomberg und Ernst Thurnher. „Anfangs gab es Baustopps und Verzögerungen. Ab Frühherbst war aber klar, dass sich die Bereiche Bau und Bahn stabil entwickeln, wenn auch mit etwas weniger Dynamik.“

Sparten im Plus

In der Sparte Bau und Ressourcen wurde ein Umsatz von 345 Millionen Euro erzielt. Die Rhomberg Sersa Rail Group, an der Rhomberg mit 50 Prozent beteiligt ist, konnte den Umsatz auf 466 Millionen Euro steigern.

Ohne Corona hätte man ein noch deutlicheres Wachstum erwartet, so Thurnher. Speziell im Bau werde es deshalb einen Nachholeffekt geben. Ein Umsatz von 400 Millionen Euro sei der Plan für das laufende Geschäftsjahr 2021/22. Größter Wachstumsmarkt ist dabei Wien. Mit Holzsystembau und Denkmalpflege sei man auf gutem Weg in der Bundeshauptstadt bald das Umsatzziel von 100 Millionen Euro zu erreichen. Aktuelles Prestigeprojekt ist das Funkhaus.

Wachstum erwartet die Firmengruppe auch im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels. Dabei gehe es sowohl um Schutzmaßnahmen als auch um Aufräumarbeiten nach Katastrophen. „Dieser Bereich wird in Zukunft leider an Bedeutung gewinnen“, sagt Hubert Rhomberg.

Wiederverwertung angesagt

Große Pläne gibt es auch am Standort des Ressourcen Center Rheintal. Dort wird derzeit ein Containerterminal gebaut, um noch mehr Materialien über den Gleisanschluss zu transportieren. Außerdem werden über zwölf Millionen Euro in neue Aufbereitungsanlagen investiert. „200.000 Tonnen Bodenaushub wird die Nassaufbereitungsanlage – aktuell die wohl leistungsfähigste ihrer Art in Österreich – jedes Jahr waschen, trennen und wiederverwertbar machen“, erklärt Rhomberg den Plan zur Kreislaufwirtschaft.

Zudem werden bei der Beteiligung MIGU-Asphalt in Lustenau 13 Millionen Euro in ein Bürogebäude, eine Lagerhalle und eine neue Asphaltmischanlage investiert. Ziel ist die Verarbeitung von deutlich mehr Recyclingmaterial.

Im Bahnbereich werde man immer mehr für Großprojekte angefragt. Darunter der Folgeauftrag für den Koralmtunnel, das dritte Baulos für Stuttgart 21 oder die Zahnradbahn in Chamonix. Aufträge konnte man sich auch in Großbritannien und Australien sichern.

In puncto Digitalisierung geht man in der Firmengruppe weiterhin mutige Wege. So ist Rhomberg Sersa Partner von EuroTube. Die Forschungseinrichtung erforscht Möglichkeiten für ein Hochgeschwindigkeits-Transportsystem. Realität sei bereits die digitale Baustelle. Sie ermögliche es, Abläufe in Echtzeit zu analysieren. „Unsere Branche wird massiv von der Digitalisierung profitieren, weil die Jobs dadurch attraktiver werden. Ein Baggerfahrer hat heute ein ganz anderes Arbeitsumfeld. Auch gibt es Menschen aus dem IT-Bereich, die nicht mehr nur vor dem Computer sitzen, sondern mehr ins Tun kommen wollen“, so Rhomberg.

Mitarbeiter suche man in allen Bereichen. Auch mehr Frauen würde man sich wünschen. Vn-reh

Hubert Rhomberg und Ernst Thurnher blicken auf ein Rekordjahr. Im Bild das Projekt „Schwarzen“ in Alberschwende. rhomberg
Hubert Rhomberg und Ernst Thurnher blicken auf ein Rekordjahr. Im Bild das Projekt „Schwarzen“ in Alberschwende. rhomberg
Rhomberg wächst mit Bau und Bahn

Zahlen

Umsatz 2020/21 811 Millionen Euro (345 Mill. mit Bau/Ressourcen; 466 Mill. mit Bahn); +3,7%

Mitarbeiter 3400 (800 Bau/Ressourcen; 2600 Bahn) +12%

Sachinvestitionen 40 Mill. Euro

Eigenkapitalquote 45 %