Einkauf mit Überraschungseffekt

Europaweit tätiger Diskonter Action eröffnet erste Filiale in Vorarlberg.
Hard Vor 28 Jahren wurde Action in den Niederlanden gegründet. Heute hat der Einzelhändler über 1800 Filialen in Europa und kam 2020 auf einen Nettoumsatz von
5,6 Milliarden Euro. In Österreich ist man seit sechs Jahren aktiv. In Vorarlberg ab Freitag. Dann eröffnet an der Harder Rheinstraße (Grafencenter) der 75. Standort.
Überraschungseffekt
Das Konzept von Action? „Wir leben von der Kombination aus niedrigem Preis und dem Überraschungseffekt“, sagt Boyko Tchakarov, General Manager von Action Österreich, im VN-Gespräch. Denn nur ein Drittel des 6000 Artikel umfassenden Sortiments ist dauerhaft erhältlich. Zwei Drittel wechseln ständig.
Im Angebot stehen Haushaltsartikel, Textilien, Spielzeug, Dekoration, Büroartikel oder Haustierprodukte. Nur frische Lebensmittel sind nicht erhältlich. „Jede Woche gibt es über 150 neue Artikel. Kunden finden Sachen, die ihnen Freude bereiten und nützlich sind“, erklärt Tchakarov und ist froh, nun auch in Vorarlberg angekommen zu sein. Schließlich war es das letzte Bundesland, in dem Action nicht vertreten war. „Wir werden hier erfolgreich sein“, ist der Manager sicher. Und Hard soll nicht die einzige Filiale in Vorarlberg bleiben. Man sei auf der Suche nach weiteren Standorten. „Wir wollen flächendeckend vertreten sein.“
Das sei letztlich auch ein Anlieferungsthema. „Im Sinne der Nachhaltigkeit, die fest in unserer strategischen Ausrichtung verankert ist“, so Tchakarov. Bereits heute nutze man Doppeldecker-Lkw, die 60 Prozent mehr Ware laden können. Zudem setzt Action auch beim Sortiment auf Nachhaltigkeit. Aktuell stammen 60 Prozent der Papier- und Holzprodukte und 76 Prozent der Baumwollprodukte aus nachhaltiger Herstellung – bis 2025 sollen es jeweils 100 Prozent sein. Bei Schokoladen-Eigenmarken will man ab 2023 ausschließlich Fairtrade-zertifizierte Produkte führen. Dieser Fokus treffe den Nerv der Konsumenten, ist Tchakarov überzeugt.
Gewinner der Pandemie
Die Zeit der Coronapandemie habe man gut bewältigt. Zwar mussten die Filialen in Österreich während des ersten Lockdowns geschlossen halten, allerdings habe man danach mit reduziertem Angebot – konkret mit Produkten des alltäglichen Bedarfs – öffnen können. Das Coronajahr brachte somit auch Umsatzverluste für Action, aber auch ein verändertes Kostenbewusstsein seitens der Konsumenten. „Preissensibilität ist nun bei einer breiteren Masse der Bevölkerung sichtbar geworden. Deshalb gehören wir auch zu den Gewinnern der Pandemie.“ VN-reh
„Wir werden in Vorarlberg erfolgreich sein. Aber Hard soll nicht die einzige Filiale bleiben.“

Fakten zu Action
gegründet 1993
Nettoumsatz 2020 5,6 Milliarden Euro
Filialen über 1800 in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Frankreich, Österreich (75), Luxemburg, Polen, Tschechien und Italien
Mitarbeiter 67.000 (1500 in Österreich)