Eine Gruppe profitiert noch nicht

Markt / 01.09.2021 • 19:13 Uhr
Eine Gruppe profitiert noch nicht

Weniger Arbeitslose in Vorarlberg, Vor-Corona-Niveau aber noch nicht erreicht.

Bregenz Die Zahl der Arbeitslosen in Vorarlberg geht weiter zurück. Sie lag mit Ende August bei 10.316 Personen und damit um 20,1 Prozent niedriger als im Vorjahr. Vor allem bei den unter-25-Jährigen gibt es deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Zählt man die Schulungsteilnehmer dazu, suchen derzeit 11.939 Personen einen Job.

Qualifikation als Problem

Trotz der positiven Tendenz liegt die Arbeitslosigkeit im Land immer noch um rund 1000 Arbeitslose über dem Vor-Corona-Niveau. Die größte Herausforderung für AMS-Chef Bernhard Bereuter liegt auf jenen Menschen, die langzeitarbeitslos sind. Denn während viele Betriebe im Land händeringend nach Fachkräften suchen, profitiert diese Gruppe noch nicht von der derzeit guten wirtschaftlichen Entwicklung. „Im Gegenteil, die Zahl der Personen, die bereits über ein Jahr einen Job suchen, hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht“, zeigt sich Bereuter über die Entwicklungen besorgt. Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen liegt derzeit bei 3015 Personen. Das ist ein Anstieg um knapp 28 Prozent. „Wenn wir das Vorkrisenniveau erreichen wollen, dann müssen wir mit allen Mitteln die weitere Verfestigung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit verhindern“, so Bereuter. Deshalb will das AMS mit gezielten arbeitsmarktpolitischen Angeboten die Arbeitsmarktchancen der betroffenen Personen verbessern.

Denn das Hauptproblem ist neben der Gesundheit oft auch die Qualifikation. 45,3 Prozent aller Arbeitslosen haben als höchste abgeschlossene Ausbildung nur einen Pflichtschulabschluss. So passt oft die von Unternehmen nachgefragte Qualifikation nicht mit jener der potenziellen Bewerber zusammen. Knapp 30 Prozent haben eine gesundheitliche Einschränkung.

Viele Jobs im Tourismus

Offene Stellen gäbe es derzeit zahlreich. 4795 sind allein beim AMS gemeldet. Das sind um knapp 60 Prozent mehr als im Coronajahr 2020. Am meisten Jobs (901) sind sind derzeit im Tourismus zu finden, gefolgt vom Bereich Metall und Elektro (649) sowie im Handel (613). VN-reh

„Langzeitarbeitslose profitieren noch nicht von guten wirtschaftlichen Entwicklungen.“