Wolford dreht weiter an der Kostenschraube

Markt / 27.08.2021 • 22:17 Uhr

Corona bremst Geschäfte. Schwarze Zahlen sollen folgen.

bregenz Corona war auch in den ersten sechs Monaten dieses Geschäftsjahres für den Strumpfkonzern Wolford eine Bremse. Während sich der Handel in den USA und in China solide zeigte, führten vor allem Lockdowns in einigen europäischen Ländern zu Einbußen. Am Ende stand ein Umsatz von  41,9 Millionen Euro.

Da Wolford den Bilanzstichtag auf den 31. Dezember verlegt hat, ist der Vergleich mit dem Vorjahr ambivalent. Die knapp 42 Millionen liegen um rund 13 Prozent unter dem Vergleichswert des Rumpfgeschäftsjahres 2020, aber um 9,6 Prozent über dem ersten Kalenderhalbjahr 2020.

Verlust im Halbjahr

Ähnlich zeigt es sich beim operativen Ergebnis. Unter dem Strich (Ergebnis nach Steuern) stand im ersten Halbjahr 2021 ein Verlust von rund 13 Millionen Euro. Im Jahr zuvor schlug noch der Verkauf der Liegenschaft in Bregenz um rund 72 Millionen Euro zu Buche.

Das Eigenkapitel von Wolford verringerte sich im Halbjahr auf 15,25 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote auf 12 Prozent.

Kosten senken

Weiterhin werden beim Unternehmen, das mehrheitlich im Eigentum des chinesischen Konzerns Fosun steht, die Kosten reduziert. Der Personalstand wurde um weitere 79 Personen auf 1101 gesenkt. Unter anderem wurden auch Shops geschlossen. Eingespart wurde somit auch bei Mieten sowie bei Produktion und Logistik.

Ein Umsatztreiber war neben China (+18%) und USA (+32%) indes der Onlinehandel. Der Umsatzanteil liegt hier mittlerweile bei 34 Prozent. Durch neue Kollektionen sei auch eine neue junge Kundengruppe erreicht werden. Ab September folgt nun auch eine Kooperation mit einer chinesischen Dessousmarke.

Die beiden Wolford-Vorstände Andrew Thorndike und Silvia Azzali sind jedenfalls zuversichtlich, für das Geschäftsjahr 2021 den Breakeven, also die Gewinnschwelle, zu erreichen. „Die Ergebnisse zeigen Kontinuität und Erfolg bei der Neuausrichtung.“ Denn auch der Juli habe mit einem Umsatzplus von 23 Prozent den Wachstumskurs von Wolford bestätigt.

Zudem arbeitet man an der Agilität. So soll ab November der Zeitraum, den ein Produkt vom Design bis ins Regal braucht, um 50 Prozent auf 32 Wochen reduziert werden. VN-reh

Wolford

41,9 Millionen Euro Umsatz erzielte Wolford im ersten Halbjahr 2021. Das sind fast zehn Prozent mehr als im ersten Kalenderhalbjahr 2020.

 

13 Millionen Euro betrug unterm Strich der Verlust des Strumpfkonzerns im ersten Halbjahr. Das EBIT lag bei minus 14,8 Millionen Euro.

 

1101 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Das sind 79 weniger als im Vorjahr. Grund sind Kostenoptimierungen und Geschäftsschließungen.